Tische, Stifte, Stühle – geht es nach der 2-jährigen Hermine, kann alles schweben. Als Tochter zweier Zauberkünstler ist das kein Wunder. "Sie lebt noch in der Welt der Magie", schmunzelt Hermann Rauschmayr. Der 44-jährige Magier tritt als "der Eduard" mit seiner Solo-Show, aber auch im Duo mit seiner Partnerin Franziska Kronsteiner ("Queen of Hearts") auf und begeistert darin Jung und Alt.
Noch vor wenigen Jahren sah die Welt des Wieners völlig anders aus: Rauschmayr absolvierte eine Ausbildung zum Softwarentwickler und studierte Marketing, arbeitete später in der IT sowie in der Werbebranche. So richtig glücklich machte ihn der Bürojob jedoch nie. "Ich wollte einfach nicht den ganzen Tag vor dem Computer sitzen", erinnert er sich.
Rauschmayr erinnerte sich an seine Leidenschaft als Kind – die Zauberei. "Ich habe angefangen, Kartentricks auszuprobieren und mir Videos auf YouTube anzusehen." Diese decken aber – Gott sei Dank, wie der Experte erklärt – nur etwa fünf Prozent der Materie ab. Schließlich sollten die Tricks online nicht erklärt werden. Der 44-jährige meldete sich bei Zauberclubs, absolvierte Seminare und nahm an Kongressen teil.
Bei einem Treffen lernte er seine Frau Franziska Kronsteiner kennen und lieben – die beiden verzauberten sich quasi auf den ersten Blick. Seither gehen sie sowohl privat, als auch beruflich gemeinsam durchs Leben. Als "der Eduard" und "Queen of Hearts" haben beide jeweils ein Soloprogramm sowie mit der "etwas schrägen Zaubershow" auch ein gemeinsames Projekt – letzteres bewusst FSK 16.
Zauberkunst werde oft mit Kindern verbunden, so Rauschmayr. Er selbst möchte hier klar eine Trennung ziehen: "Es gibt Shows für Kinder und Shows für Erwachsene. Viele Erwachsenenshows richten sich an Kinder, um mehr Karten zu verkaufen. Sie sind aber weder pädagogisch, noch kindgerecht." Franziska Kronsteiner alias "Queen of Hearts" ist ausgebildete Elementarpädagogin und lässt ihr Wissen in die Shows einfließen. Ab zwei Jahren dürfen die Kleinsten teilnehmen. Die Zauberkünstler treten aber nicht nur im Theater auf, sondern auch in Einkaufszentren, auf Festen oder anderen Events.
Seinem vorherigen Job weint Rauschmayr heute nicht mehr nach – er lebt für die Magie. "Mir gefällt es, dass man in so eine Show ganz viele Sachen reinpacken kann", strahlt er. "Es geht um Schauspiel, Psychologie, Sprache und so vieles mehr. Man kann sich in den unterschiedlichsten Bereichen entfalten, das ist wunderschön." Für Dramaturgie und Bühnenbild ist der gelernte Medientechniker selbst verantwortlich, auch bei den Requisiten lässt er sich so einiges einfallen. Für ihn ganz besonders: "Wir bekommen hier direktes Feedback, ob etwas funktioniert, nicht wie früher erst Wochen später."
Ihre Shows gestalten Kronsteiner und Rauschmayr mit reichlich Humor – dabei werden auch klassische Rollenbilder auf den Kopf gestellt. "Bei uns wird nicht die Assistentin in der Kiste zersägt, sondern ich – bestenfalls im pinken Body", lacht der Wiener. "Wir überspitzen hier bewusst etwas. In einer anderen Szene bin ich der Superheld und wenn meine Frau kommt, versinke ich im Boden. Es ist eine Mischung aus Theater und Zauberkunst."
Das härteste Publikum für Rauschmayr sind ganz klar die Jüngsten: "Wenn Erwachsene sehen, dass etwas in die Hose geht, schauen sie höflich weg. Kinder sprechen es sofort an und sagen 'Ich hab's genau gesehen, so macht der das!' Das Schöne ist aber: Sie glauben noch an echte Magie!"
Diese dürfe nicht zerstört werden, betont der Magier: "Tricks sollte man erst ab frühestens 13 Jahren erklären. Fängt man zu früh mit Zauberkästen an, zerstört man diese magische Phase."
Mittlerweile nahmen Hermann Rauschmayr und Franziska Kronsteiner bereits an Welt- und Staatsmeisterschaften teil. Mehr zum Duo und den kommenden Auftritten von "der Eduard" und "Queen of Hearts" gibt es hier.