Mord, Macht, Intrigen

Kleopatra unter Mordverdacht – neue Schau in Wien

Eine neue Sonderausstellung in Wien rollt den 2.000 Jahre alten Mordfall rund um Kleopatras Schwester auf.
28.10.2026, 10:55
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Ein Mord, eine mächtige Königin und ein bis heute ungelöstes Rätsel: Eine neue Sonderausstellung des Kunsthistorischen Museums in Wien rollt einen mehr als 2.000 Jahre alten Kriminalfall auf. Im Mittelpunkt stehen Kleopatra, ihre ermordete Schwester und der erbitterte Kampf um die Macht im alten Ägypten.

Im Jahr 41 vor Christus wurde Arsinoë IV., die Schwester der berühmten ägyptischen Königin Kleopatra, in der antiken Metropole Ephesos ermordet. Doch wer steckte hinter der Tat? Genau dieser Frage widmet sich die neue Sonderausstellung "Tatort Ephesos. Kleopatra und Rom" des Kunsthistorischen Museums. Besucher des Weltmuseums können auf Spurensuche gehen und in eine Welt voller Machtkämpfe, Verrat und politischer Intrigen eintauchen.

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Ließ Kleopatra ihre eigene Schwester töten?

Im Zentrum steht ein düsteres Kapitel der ägyptischen Geschichte. Laut antiken Quellen soll Kleopatra selbst den Mord an ihrer Schwester in Auftrag gegeben haben. Denn Arsinoë war nicht nur ein Familienmitglied, sondern auch eine gefährliche Rivalin im Kampf um den ägyptischen Thron. Bereits Jahre zuvor hatte Kleopatra ihre Schwester mit Unterstützung des römischen Feldherrn Julius Caesar im Alexandrinischen Krieg besiegt. Doch der Machtkampf war damit offenbar noch nicht beendet.

Wie eng persönliche Beziehungen und politische Interessen damals miteinander verflochten waren, zeigt die Ausstellung anhand der wichtigsten Persönlichkeiten der Epoche. Neben Kleopatra spielen auch ihre berühmten Liebhaber und Verbündeten Julius Caesar und Marc Anton sowie ihr späterer Gegenspieler Octavian, der spätere Kaiser Augustus, eine zentrale Rolle.

Rätselhafter Grabbau gibt bis heute Fragen auf

Besonders spannend ist ein Fund österreichischer Archäologen in Ephesos. Dort wurde vor mehr als 100 Jahren ein monumentaler, achteckiger Grabbau entdeckt. Das sogenannte Oktogon erinnert in seiner Form an den berühmten Leuchtturm von Alexandria. Im Inneren fanden Forscher ein Skelett. Doch wer dort tatsächlich begraben wurde, ist bis heute ungeklärt. Möglicherweise war das Grab für ein Mitglied der königlichen Ptolemäer-Dynastie aus Kleopatras Umfeld bestimmt.

"Die antike Welt begegnet uns heute nur ausschnitthaft durch Funde und Überlieferungen", erklärt Georg Plattner, Direktor der Antikensammlung des Kunsthistorischen Museums. Ziel sei es, die Botschaften vergangener Kulturen zu entschlüsseln und den Besuchern spannende Einblicke in diese Zeit zu ermöglichen. Ein eigens produziertes Audio-Drama begleitet die Besucher durch die Ausstellung und greift die Geschichte rund um den rätselhaften Kriminalfall auf.

100 Schätze aus aller Welt in Wien

Aufgeteilt auf fünf Säle führt die Ausstellung von Ephesos über die ägyptische Metropole Alexandria bis ins antike Rom. Rund 100 Exponate, darunter Skulpturen, archäologische Funde, Mumienporträts und kostbare Schmucksteine, erzählen vom Leben der Mächtigen und vom kulturellen Austausch zwischen den damaligen Weltmetropolen.

Zu den Höhepunkten zählt ein Porträtkopf Kleopatras, eines der wenigen gesicherten Bildnisse der legendären Königin. Auch ein Porträt Julius Caesars und ein bronzener Kopf des Kaisers Augustus sind zu sehen. Ein weiteres Prunkstück ist die "Gemma Augustea", ein Meisterwerk antiker Steinschneidekunst, das zeigt, wie Herrscher schon vor Jahrtausenden Kunst für ihre politische Selbstdarstellung nutzten.

Die Ausstellungsstücke stammen unter anderem aus dem Louvre in Paris, dem British Museum in London und dem Metropolitan Museum of Art in New York.

Ausstellung läuft noch bis März

Die Schau beleuchtet aber nicht nur einen historischen Mordfall. Sie zeigt auch, wie Kleopatra versuchte, Ägyptens Unabhängigkeit gegenüber dem immer mächtiger werdenden Römischen Reich zu bewahren. Ihr Kampf endete mit der Niederlage gegen Octavian im Jahr 31 vor Christus. Wenig später wurde Ägypten Teil des Römischen Reiches.

Wer selbst auf Spurensuche gehen möchte, hat noch bis 29. März 2027 Zeit. Die Ausstellung "Tatort Ephesos. Kleopatra und Rom" ist in der Neuen Hofburg beim Weltmuseum Wien zu sehen. Geöffnet ist täglich außer Montag von 10 bis 18 Uhr, dienstags sogar bis 21 Uhr.

red, 28.10.2026, 10:55
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