Daniel W. aus Wien-Penzing war mit seinem E-Scooter im Grätzel unterwegs, "Ich bin langsam über die Kreuzung Poschgasse und Breitenseer Straße gefahren, plötzlich wurde ich von einem Auto frontal erwischt", erzählt er. Der Lenker hatte ein Stopp-Schild und eine Bremsschwelle überfahren, war ungebremst in Kreuzung gekracht. Daniel W. wurde gerammt und zu Boden gestoßen. Der Wiener wurde schwer verletzt.
Für den 40-Jährigen hat sich das Leben seit dem schicksalhaften Tag im November 2021 schlagartig verändert. Er verlor das Augenlicht auf einem Auge und sein linkes Bein musste zum Teil amputiert werden. Zuvor arbeitete er unter anderem als Security-Mitarbeiter, Skimonteur und Radmechaniker. Heute ist er auf eine Prothese angewiesen und lebt von einer mageren Pension.
Seit dem Unfall ist Daniel W. auf eine Prothese angewiesen und wurde von der Krankenkasse in Invalidenpension geschickt – in der er nichts dazuverdienen darf. Durch den Verlust seines halben Sehvermögens sind ihm außerdem alltägliche Dinge wie der Wocheneinkauf nur deutlich erschwert möglich.
Doch der Wiener will zurück in ein möglichst normales Leben. Er möchte wieder Rad fahren, sportlich aktiv sein und zumindest zehn bis 20 Stunden pro Woche arbeiten. Dafür wünscht er sich eine bessere Prothese. Laut eigenen Angaben wurden bereits vier Anträge bei der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) eingereicht, jeweils mit fachärztlichen Gutachten. Alle vier wurden abgelehnt.
Die ÖGK sieht die Situation anders. Auf Anfrage von "Heute" erklärt sie, dass ihm bereits eine moderne, hochwertige Prothese finanziert werde, die ihn im Alltag unterstütze und auch Radfahren ermögliche.
"Die Entscheidung richtet sich nach der medizinischen Notwendigkeit und dem individuellen Aktivitätsniveau", so die ÖGK. Sollte eine entsprechende medizinische Begründung für die Spezialausführung vorgelegt werden, sei eine neuerliche Prüfung möglich.
Auch die finanziellen Folgen des Unfalls beschäftigen Daniel W. weiterhin. Der damals rund 60-jährige Unfallgegner soll vor Gericht eingeräumt haben, ihm den Vorrang genommen zu haben.
Dennoch hat der Rapid-Fan bis heute keinen Cent Schmerzensgeld erhalten. Die Angelegenheit ziehe sich seit fast vier Jahren hin. "Einen weiteren Rechtsstreit kann ich mir mit meinen rund 1.230 Euro, die ich im Monat zur Verfügung habe, nicht leisten.", so der Grün-Weiße.
Trotz allem will Daniel W. nicht aufgeben. Sein größter Wunsch ist es, wieder ein möglichst selbstständiges Leben zu führen, Sport zu betreiben und zumindest einige Stunden pro Woche zu arbeiten. Doch statt nach vorne blicken zu können, muss er sich weiterhin mit Anträgen, Ablehnungen und finanziellen Sorgen herumschlagen.