In Ottakring könnte es bald ruhiger werden. Der Bezirk prüft die Einführung eines sogenannten "Low-Traffic-Grätzls" – das berichtet der "ORF". Damit soll vor allem der Durchzugsverkehr in Wohngebieten reduziert werden. Statt teurer Umbauten könnten bereits Pflanzentröge, Sitzgelegenheiten oder zeitweise Straßensperren für Veränderungen sorgen.
Im Mittelpunkt stehen derzeit die Bereiche rund um die Volksschulen in der Brüßlgasse und der Herbststraße. Auch weitere Schulstandorte im 16. Bezirk wurden bereits untersucht.
Die Idee dahinter: Mit kleinen, kostengünstigen Eingriffen soll getestet werden, ob sich Straßen beruhigen und öffentliche Flächen anders nutzen lassen. "Low-Traffic-Grätzl sind einfach eine Möglichkeit oder ein Instrument, wie man mit ganz, ganz geringen budgetären, aber auch partizipativen Mitteln schauen kann, ob Orte teilweise auch temporär für ein bisschen eine Beruhigung geeignet sind", erklärt Bezirksvorsteherin Stefanie Lamp (SPÖ).
Bereits mit wenigen Tausend Euro könnten erste Maßnahmen ausprobiert werden. Neben Pflanzentrögen sind auch künstlerische Gestaltungen gemeinsam mit Schulkindern oder zeitlich begrenzte Sperren für den Durchzugsverkehr denkbar.
Ob die Pläne tatsächlich umgesetzt werden können, ist allerdings noch offen. Zunächst muss geprüft werden, welche Auswirkungen mögliche Sperren auf den Verkehr haben. So soll etwa verhindert werden, dass neue Sackgassen entstehen oder sich der Verkehr in benachbarte Straßen verlagert und dort für Probleme sorgt. Ein größerer Umbau ist derzeit nicht geplant.
In Meidling wird bereits am ersten "Low-Traffic-Grätzl" Wiens gearbeitet. Rund um die Wolfganggasse sollen bis Jahresende Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung umgesetzt werden, darunter auch eine Fußgängerzone.
Neben Ottakring haben auch Mariahilf, Alsergrund und Rudolfsheim-Fünfhaus Interesse an ähnlichen Projekten angemeldet. In Ottakring ist noch nicht entschieden, welche Straßen tatsächlich infrage kommen. Auch Standorte, an denen ohnehin Bauarbeiten geplant sind, könnten berücksichtigt werden. "Wir werden sehen, was die Prüfung ergibt. Wenn der eine Standort nicht geht, kann es wirklich sein, dass sich auch andere Standorte auftun", so Lamp.