Wiener rechnet mit Job ab

Nur 4 Euro pro Stunde! Essensbote ist verzweifelt

Ein Wiener Essenslieferant berichtet von langen Fahrten und magerem Verdienst. Statt bis zu 20 Euro pro Stunde bleiben ihm oft nur wenige Euro.
26.10.2026, 20:00
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Thomas W. (Name geändert) arbeitet seit rund einem Monat für einen großen Lieferdienst. Ursprünglich versprach man dem Mann aus Wien-Simmering, dass er wohl auf 13 bis 20 Euro pro Stunde kommen werde. Tatsächlich verdient der 30-Jährige aber nur zwischen vier und sieben Euro.

"Mehr als eine Lieferung pro Stunde schafft man einfach nicht", sagt der Bote. Der Grund sind die langen Fahrzeiten. Für eine Bestellung muss er manchmal 20 Minuten zum Restaurant fahren, dort auf das Essen warten und anschließend weitere 20 Minuten bis zum Kunden zurücklegen.

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Dazu kommt die mühsame Parkplatzsuche. "Dafür bekomme ich maximal sieben Euro", ärgert sich der Wiener.

Angst vor Sperre der App

Auch die Auftragsvergabe bereitet Thomas Sorgen. Zwar kann er seine Schichten selbst wählen, doch selbst kurz vor Dienstschluss treffen teilweise noch sehr zeitaufwendige Bestellungen ein.

Wer Aufträge storniert, riskiert künftig weniger Lieferungen zu bekommen, so erzählt es Thomas W. Selbst bei langen Anfahrtswegen traut er sich kaum, abzulehnen: "Wenn ich die Fahrt ablehne, habe ich Angst, dass mein Zugang zur App gesperrt wird – dann kann ich überhaupt nicht mehr arbeiten."

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"Wie Menschen behandeln, nicht wie Hunde"

Zusätzlichen Ärger gibt es, wenn Thomas bereits von anderen Fahrern stornierte Bestellungen übernimmt. Das Essen kommt dann verspätet – deswegen kalt – an. Den anschließenden Zorn der Kunden bekommt er ab. Trinkgeld gibt es dabei meist nicht.

Thomas erzählt: "Viele Kollegen sind unzufrieden wie ich, aber aus Angst um ihr Einkommen beschweren sie sich nicht." Der Wiener fordert: "Die sollen uns wie Menschen behandeln, nicht wie Hunde."

Lieferdienst reagiert auf Vorwürfe

Auf "Heute"-Anfrage erklärt das betroffene Unternehmen, dass direkt beim Konzern nur Fahrer mit Fahrrädern und E-Bikes beschäftigt seien. Für Autolieferungen arbeite man mit externen Logistikunternehmen zusammen.

"Im Rahmen der Kooperationsvereinbarungen sind die Logistikpartner vertraglich dazu verpflichtet, sämtliche geltenden gesetzlichen Bestimmungen und marktüblichen Standards strikt einzuhalten. Dazu zählen insbesondere gesetzliche, kollektivvertragliche oder branchenübliche Vergütungsstandards", heißt es aus der Zentrale.

Der Lieferdienst betont, diese Vorgaben ernst zu nehmen. Bei Verstößen behalte man sich vor, die Zusammenarbeit mit den Partnerunternehmen zu beenden.

red, 26.10.2026, 20:00
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