Cooler Drink aus Wien

Prickelnde Idee! Wiener Start-Up braut eigenen Kombucha

Genuss geht auch ohne Alkohol – das will Alex Plut beweisen. Mit seinem Unternehmen "Bootch" belebt er eine 2.000 Jahre alte Tradition aus Asien neu.
28.10.2026, 07:15
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Bei Alex Plut darf der Tee auch einmal länger stehen – und das ganz bewusst. Der Jungunternehmer stellt unter dem Namen "Bootch" Kombucha her, ein Getränk, das durch Fermentation entsteht. Damit will er zeigen, das alkoholfreie Getränke "mehr verdienen als Zuckerwasser zu sein".

Der gebürtige Salzburger studierte in Wien Management und Entrepreneurship an der Fachhochschule. Parallel zum Studium fing er in seiner WG an zu kochen. Aber nicht nur das: "Ich habe immer mehr Grundelemente, wie Essig oder Senf, selbst hergestellt." Während der Coronakrise sah der 28-jährige ein YouTube-Video über Fermentation und begann schließlich, fermentierte Getränke zu entwickeln.

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Brauereipraktikum als Startschuss

Nach einem Monat hatte er bereits 50 Liter hergestellt, sehr zur Freude von Freunden und Verwandten, schmunzelt er im Gespräch mit "Heute". Plut jobbte neben dem Studium in der Gastronomie und im Catering, bis er schließlich eine "Mini Brauerei" zuhause hatte und sich die Frage stellte: Wie geht es weiter? "Ich wollte mehr Qualität und Größe." Er besuchte Kombucha-Messen in Berlin, lernte Experten kennen und absolvierte Praktika in Brauereien. "Dort habe ich das Handwerk gelernt und das war eigentlich der Startschuss", sagt er heute.

2023 startete er mit seinem Unternehmen "Bootch" – der Name kommt vom Spitznamen "Booch" für das Getränk, das "T" soll ein optischer Hingucker sein. Online sowie in Wiener Gastrobetrieben und bei Lebensmittelhändlern verkauft der Jungunternehmer derzeit zwei Sorten ("Ananas Ingwer" sowie "Hibiskus Limette"), aktuell auch die Sonderedition "Marille Holunder" in der Sektflasche für den Weinhandel.

"Man kann so viel mit Fermentation machen"

Parallel ist es Plut, der sich selbst als "Alchemist" bezeichnet, ein Anliegen, die Liebe zur Fermentation weiterzugeben. "Ich hoffe, dass eine kulinarische Welle durch Wien geht. In der Generation meiner Großeltern war Fermentation ein Thema, dann ist es in Vergessenheit geraten. Heute ist es eine Nische und noch nicht bei der breiten Masse angekommen", erklärt der Experte. Er will zeigen, wie es zuhause geht, gibt Workshops und Weiterbildungen. Mit Kombucha möchte er den Weg ebnen: "Diesen Namen kennt fast jeder, aber es gibt so viel, was man mit Fermentation machen kann."

Der Prozess sei gar nicht so aufwändig, betont Plut. "Das Ansetzen dauert fünf Minuten, danach heißt es warten. Und durch dieses Warten steigt die Wertschätzung für Lebensmittel." Von diesen kommen übrigens nur natürliche in den Kombucha. "Ich halte nichts von Gesundheitstrends und bin der Meinung, wenn man etwas selbst aus echten Zutaten, die man aussprechen kann, macht, kann man sich gar nicht ungesund ernähren. Bei uns kommt keine Zutat rein, die man nicht selbst zuhause hätte."

"Kunst ist, ihn gut zu machen"

Kombucha sei zudem das "geschmacksvielfältigste Getränk, das es gibt", betont Plut. "Man kann es aus Grüntee, Schwarztee, Früchten, Kräutern oder Gewürzen machen und dadurch entsteht Vielfalt und er schmeckt auch den meisten. Die Kunst ist nur, ihn gut zu machen."

Vom Produkt hat der Wahl-Wiener, der den Betrieb als one man show führt, selbst noch nicht genug: "Ich liebe ihn immer noch", lacht er. "Auch wenn ich schon sehr viel probiert habe." Und das oft bis 2 Uhr nachts: "Für mich ist es Hobby, Genuss, Experimentieren und Entdecken!" Sein Ziel: "Dass in zehn Jahren viele Österreicher ihr eigenes Fermentationsprojekt gestartet haben!"

ym, 28.10.2026, 07:15
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