Nach rund eineinhalb Jahren Bauzeit ist der neue Pavillon 92 in der Klinik Ottakring fertig. Seit Juni werden dort Unfallpatienten behandelt, Ende August zog auch die allgemeine Intensivstation ein. Der Holzmodulbau soll die medizinische Versorgung bis zur geplanten Zentralklinik verbessern.
"Mit dem neuen unfallchirurgischen Pavillon in der Klinik Ottakring schaffen wir Versorgungssicherheit für die Wiener Bevölkerung und gestalten die Zeit bis zur neuen Zentralklinik mit einer modernen, nachhaltigen und zugleich sehr angenehmen Infrastruktur", betont Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ).
Die Unfallambulanz der Klinik Ottakring ist stark ausgelastet: Allein im vergangenen Jahr gab es mehr als 53.000 ambulante Patientenkontakte. Der neue Pavillon bietet dafür größere Räumlichkeiten und einen zusätzlichen Eingriffsraum.
Auch die Intensivstation wurde neu gestaltet. Sechs Betten in drei Doppelzimmern sowie zwei Isoliereinheiten für infektiöse Patienten stehen zur Verfügung. Ein Vorteil sind die kurzen Wege: Die Intensivstation liegt auf derselben Ebene wie der Schockraum. Zudem wurden die Abläufe in der Unfallambulanz neu organisiert. Rettungspatienten und selbstständig kommende Patienten werden über getrennte Wege geführt, das Röntgen können beide Seiten nutzen.
"Im neuen Pavillon 92 ist vieles größer, moderner und besser auf die medizinischen Abläufe abgestimmt. Auf der Intensivstation profitieren unsere Teams beispielsweise von mehr Bewegungsfreiheit rund um die Betten, da die Medizintechnik platzsparend an der Decke montiert ist", erklärt Peter Gläser, Ärztlicher Direktor der Klinik Ottakring.
Der Neubau setzt nicht nur auf moderne Medizintechnik, sondern auch auf eine angenehme Gestaltung. Holzverkleidungen, indirekte Beleuchtung und freundliche Farben sollen für eine wohnlichere Atmosphäre sorgen. Die vorgefertigten Holzmodule ermöglichten außerdem eine rasche Errichtung bei vergleichsweise geringer Staub- und Lärmbelastung.
Der Pavillon umfasst 3.130 Quadratmeter Nutzfläche auf drei Stockwerken. Die Bauarbeiten fanden bei laufendem Klinikbetrieb statt. "Bauen bei laufendem Klinikbetrieb gehört zu einer der größten Herausforderungen bei der Umsetzung des Modernisierungsprogramms des Wiener Gesundheitsverbundes", sagt Marie-Thérèse Vierke von der Wiener Gesundheitsverbund Projektentwicklungs- und Baumanagement GmbH.
In den kommenden Monaten soll auch die Abteilung für Plastische Chirurgie in den neuen Pavillon übersiedeln. Gleichzeitig wird der OP-Bereich im benachbarten Pavillon 30 saniert. Gemeinsam mit dem direkt angeschlossenen Hubschrauberlandeplatz entsteht damit eine modernisierte Versorgungseinheit.
Der Neubau ist allerdings nur eine Übergangslösung: Im Jahr 2033 sollen die Abteilungen für Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie sowie die OPs und die Intensivstation in den ersten Bauteil der neuen Zentralklinik übersiedeln.