Kritik am Bürgermeister

"Klitschko muss raus" – jetzt droht dem Ex-Boxer Ärger

In Kiew wächst der Druck auf Bürgermeister Vitali Klitschko. Für Samstag sind Proteste angekündigt, auch Präsident Selenskyj übt Kritik.
15.10.2026, 19:44
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Einst war er als Box-Weltmeister gefeiert, jetzt steht Vitali Klitschko politisch unter Druck. Der 55-Jährige regiert die ukrainische Hauptstadt Kiew seit 2014. Doch am Samstag wollen sich Demonstranten vor der Stadtverwaltung versammeln und seinen Rücktritt fordern.

Wie ntv berichtet, steht die geplante Kundgebung unter dem Motto "Klitschko muss raus". Organisiert wird der Protest von politischen Aktivisten, die teilweise bereits bei früheren Demonstrationen gegen Entscheidungen von Präsident Wolodymyr Selenskyj mitgemacht haben.

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Selenskyj attackiert Bürgermeister

Zwischen Klitschko und Selenskyj herrscht seit Jahren ein erbitterter politischer Konflikt. Nun sorgt die Vorbereitung auf den bevorstehenden Winter für neuen Streit.

Selenskyj warf der Kiewer Stadtverwaltung vor, die Hauptstadt nur unzureichend auf die kalte Jahreszeit vorbereitet zu haben. Selbst Regionen nahe der Front seien besser gerüstet als Kiew, kritisierte der Präsident.

Klitschko musste sich deshalb auch im ukrainischen Parlament verantworten. Die Vorladung wurde nicht nur von Abgeordneten der Präsidentenpartei unterstützt.

Klitschko spricht von "niederträchtigen Schlägen"

Der frühere Box-Champion nutzte seinen Auftritt im Parlament für einen Gegenangriff. Seine Stadtverwaltung unternehme alles, um das Leben in der Hauptstadt trotz des russischen Angriffskrieges aufrechtzuerhalten.

Gleichzeitig warf er der Zentralregierung vor, "niederträchtige Schläge" gegen Kiew zu führen.

Der Konflikt ist nicht neu. Seit Selenskyjs Amtsantritt stehen die beiden prominenten Politiker immer wieder auf Konfrontationskurs. Während Selenskyj vor seiner politischen Karriere als Fernsehstar bekannt wurde, feierte Klitschko weltweit Erfolge im Boxring.

Kritik an Verkehr und Korruptionsfällen

Doch auch unabhängig vom Streit mit Selenskyj steht Klitschkos Amtsführung seit Jahren in der Kritik. Laut ntv gibt es erhebliche Probleme mit dem öffentlichen Verkehr in der Millionenmetropole. Auch der Ausbau des U-Bahn-Netzes kommt nicht wie erhofft voran.

Hinzu kommen Korruptionsermittlungen gegen mehrere Personen aus Klitschkos Umfeld. Dabei geht es unter anderem um mutmaßlich illegale Bauvorhaben. Eine persönliche strafrechtliche Verantwortung Klitschkos ergibt sich daraus nicht.

Trotz aller Kritik wurde der ehemalige Box-Weltmeister 2015 und 2020 als Bürgermeister wiedergewählt.

Politischer Druck wächst

Die angekündigten Proteste zeigen, dass politische Auseinandersetzungen in der Ukraine auch während des Krieges weitergehen. Bereits bei früheren Demonstrationen gingen Menschen gegen umstrittene Entscheidungen der Regierung auf die Straße.

red, 15.10.2026, 19:44
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