Der Streit zwischen der Ukraine und den USA eskaliert! Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat am Donnerstag angekündigt, die Angriffe auf russische Ölraffinerien wieder aufzunehmen. Gleichzeitig erhebt er schwere Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump (80). Dieser habe die Ukraine im Kampf gegen Russland im Stich gelassen.
In einem Interview mit der "Financial Times" machte Selenskyj deutlich, dass er sich nicht länger von Washington unter Druck setzen lassen will. Die bisherige Zurückhaltung bei Angriffen auf russische Energieanlagen sei vorbei. "Die Sperre ist aufgehoben. Für uns ist die Sache erledigt", erklärte der ukrainische Staatschef.
Drei Tage lang habe die Ukraine auf Angriffe gegen russische Energieanlagen verzichtet, erklärte Selenskyj. Russland habe seine Attacken währenddessen jedoch unvermindert fortgesetzt.
Hintergrund ist ein umstrittener Diesel-Deal zwischen den USA und Russland. Trump hatte vergangene Woche eine Vereinbarung mit Kreml-Chef Wladimir Putin angekündigt, um russischen Diesel auf den Markt zu bringen und die hohen Energiepreise zu senken. Gleichzeitig drängte er die Ukraine, ihre Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen.
Für Selenskyj ist das ein schwerer Schlag. Auf die Frage des britischen Moderators Piers Morgan, ob er sich von der US-Regierung verraten fühle, antwortete er mit einem klaren "Ja".
"Es ist schade, dass wir einen starken Partner verlieren", erklärte Selenskyj. Besonders schmerzhaft sei, dass Trump aus seiner Sicht zunehmend die Seite Russlands einnehme.
"Das ist unser Land, unser Körper, unser Zuhause, unsere Kinder", sagte Selenskyj. Wenn Trump eine Seite wähle, sei das für die Ukrainer schmerzhaft.
Doch nicht nur Trumps Geschäfte mit Putin sorgen in Kiew für Entsetzen. Selenskyj wirft Washington auch vor, die militärische Unterstützung der Ukraine gefährlich eingeschränkt zu haben.
Demnach sollen US-Vertreter den ukrainischen Streitkräften gedroht haben, wichtige Geheimdienstinformationen zurückzuhalten, sollten die Angriffe auf russische Energieanlagen weitergehen.
Besonders brisant: Diese Informationen sind für die ukrainische Luftabwehr entscheidend. Sie helfen dabei, russische Raketenstarts frühzeitig zu erkennen und die Bevölkerung vor drohenden Angriffen zu warnen.
Die US-Regierung bestreitet, den Informationsaustausch eingestellt zu haben. Ukrainische Vertreter vermuten allerdings, dass die fehlenden Warnungen kein technisches Problem waren.
Zusätzlich verschärft sich die Lage durch Einschränkungen beim Satelliteninternet Starlink. Laut ukrainischen Behörden wurden bestimmte militärische Dienste eingeschränkt, wodurch wichtige Einsätze an der Front beeinträchtigt werden.
Selenskyj warnte eindringlich vor den Folgen. Die Entscheidung werde zu zahlreichen menschlichen Verlusten führen. "Menschen werden sterben", sagte er.
Tech-Milliardär Elon Musk erklärte hingegen, dass die militärische Starlink-Version Starshield von der US-Regierung kontrolliert werde. Einschränkungen seien daher Sache des US-Militärs und des Präsidenten.
Während der Streit zwischen Kiew und Washington immer heftiger wird, setzt Russland seine Angriffe auf die Ukraine fort. Zuletzt wurden erneut Drohnen und ballistische Raketen eingesetzt. Nach ukrainischen Angaben waren mehr als 600.000 Menschen von Stromausfällen betroffen.
Selenskyj bemüht sich inzwischen verstärkt um Unterstützung aus Europa. Am Mittwoch traf er in London den britischen Premierminister Andy Burnham und König Charles.