Heftige Vorwürfe aus Kiew! Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisiert Donald Trump scharf. Gleichzeitig sorgen Einschränkungen beim Satellitensystem Starlink und angeblich fehlende US-Warnungen vor russischen Raketenangriffen für Wirbel. Die USA weisen die Anschuldigungen zurück.
Bei seinem Besuch in Großbritannien am Mittwoch (14. Oktober) fand Selenskyj deutliche Worte für US-Präsident Donald Trump. In einem Interview mit dem britischen Moderator Piers Morgan warf er dem Republikaner vor, im Ukraine-Krieg die falsche Seite zu wählen.
"Wenn Sie in der Mitte sind, müssen Sie in der Mitte bleiben, nicht auf der falschen Seite", erklärte Selenskyj. Besonders Trumps Berater nahm er ins Visier: "Ich denke, Trumps Berater liegen falsch. Ich weiß nicht, wer ihn auf die falsche Seite drängt. Das ist nicht die richtige Seite der Geschichte."
Auch bei möglichen Zugeständnissen an Russland zeigte sich der ukrainische Staatschef unnachgiebig. "Wir verkaufen unser Land nicht", stellte er klar. Für die Menschen in der Ukraine gehe es nicht um wirtschaftliche Interessen, sondern um ihr Überleben.
Während Selenskyj in Großbritannien um weitere Unterstützung warb, wurden aus Kiew neue Anschuldigungen gegen die USA laut. Ein hochrangiger ukrainischer Regierungsvertreter behauptet, Washington habe sein Land bereits zweimal nicht rechtzeitig vor russischen Raketenangriffen auf die Energieversorgung gewarnt. Gleichzeitig beklagt die ukrainische Führung massive Einschränkungen beim Satelliten-Kommunikationssystem Starlink. Die Vorfälle würden Russland in die Hände spielen, so der Vorwurf aus Kiew.
Für die ukrainischen Streitkräfte ist die Satellitentechnologie von enormer Bedeutung. Sie ermöglicht die Kommunikation an der Front und spielt auch bei der Steuerung von Drohnen eine entscheidende Rolle.
Nach der Kritik meldete sich auch Tech-Milliardär Elon Musk zu Wort. Der SpaceX-Chef erklärte, dass die US-Regierung und das amerikanische Militär über mögliche Beschränkungen des militärischen Systems Starshield entscheiden würden. Betroffen sein sollen insbesondere Verbindungen bei Geschwindigkeiten von mehr als rund 160 km/h. Ob und in welchem Umfang die Einschränkungen inzwischen aufgehoben wurden, blieb zunächst unklar.
Aus Washington kommt hingegen ein klares Dementi. Ein US-Regierungsvertreter bestritt, dass die Zusammenarbeit mit der Ukraine beim Austausch von Geheimdienstinformationen eingeschränkt worden sei. Auch Nato-Generalsekretär Mark Rutte versuchte zu beruhigen. Trump habe ihm zugesichert, dass die Weitergabe von Informationen nicht eingestellt worden sei. Die EU erklärte ebenfalls, es gebe keine Hinweise auf einen entsprechenden Stopp.