Portugal feierte mit dem 37-jährigen Superstar einen knappen 3:2-Erfolg zum WM-Auftakt gegen Ghana. Dabei erzielte der nun vereinslose Superstar in der 65. Minute per Elfmeter den Treffer zum 1:0. Ronaldo ist damit der erste Fußballer der Geschichte, der bei fünf Weltmeisterschaften zumindest einen Treffer erzielte. 2006, 2010 und 2014 war es jeweils ein Tor, 2018 immerhin vier und nun wieder ein Treffer. Ronaldo überflügelte damit die Deutschen Uwe Seeler und Miroslav Klose sowie Brasilien-Ikone Pele und seinen Dauer-Rivalen Lionel Messi. Sie trafen alle bei vier Turnieren.
Der ehemalige deutsche Teamspieler und Champions-League-Sieger Didi Hamann zeigte sich als Experte bei "RTE" vom 37-jährigen Fußball-Star allerdings wenig beeindruckt. Ganz im Gegenteil, Hamann äußerte eine vernichtende Kritik zu Ronaldo. Der in der 77. Minute eingewechselte Rafael Leao habe Portugals Spiel beflügelt, nicht der fünfmalige Weltfußballer. "Portugals Spiel sieht mit Ronaldo langweilig aus. Ich denke, dass Leao in die Mannschaft kommen muss, weil es ihnen auf dem ganzen Spielfeld an Tempo fehlt. Wenn man im modernen Fußball kein Tempo hat, ist es schwer, Chancen aus dem Spiel heraus zu kreieren", meinte Hamann.
Ronaldo könne jedenfalls nicht mehr an seine Topleistungen anknüpfen. "Er war nicht derselbe Spieler. Ich weiß nicht, ob das an seiner Fitness lag oder daran, dass er nicht gespielt hat. Wenn man ihm zugeschaut hat: die Bälle, die er weggegeben hat, das hat es in seiner Karriere noch nie gegeben", zeigte sich der ehemalige deutsche Teamspieler fassungslos. Als Hamann dann neuerlich gefragt wurde, ob Ronaldo Portugals Team überhaupt noch weiterhelfen könne, wiederholte der Experte seine Kritik: "Ich bin mir da nicht so sicher. Heute hat er wie ein Fußgänger ausgesehen."
Trotzdem ist ein Ronaldo-Platz auf der Bank vorerst undenkbar. Der Titel-Mitfavorit bekommt es im zweiten Gruppenspiel am Montag mit Uruguay zu tun. Am 2. Dezember folgt dann das letzte Gruppenspiel gegen Südkorea.