St. Pöltens rot-grüne Stadtregierung hat bei einer Koalitionsklausur die nächsten großen Vorhaben abgesteckt. Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ) und Vizebürgermeister Walter Heimerl-Lesnik (Grüne) präsentierten danach zentrale Projekte, die in den kommenden zwölf Monaten angegangen oder weiter vorangetrieben werden sollen.
Stadler betonte die erfolgreiche Zusammenarbeit in der Koalition. Man arbeite auf einer stabilen Basis zusammen und habe einen konstruktiven Übergang geschafft. Im Fokus stehen unter anderem der öffentliche Verkehr, die wirtschaftliche Entwicklung, Bildung und leistbares Wohnen.
Ein wichtiger Punkt bleibt der LUP: Die Finanzierung des Stadtbusses soll abgesichert werden, dafür will die Stadt weiter beim Land Druck machen. Auch touristisch will St. Pölten stärker werden – mit Sport, Kultur und Kunst. Genannt wurden etwa die Leichtbauhalle, der SC-Platz, die Prandtauerhalle sowie Feierlichkeiten zum Jubiläum 40 Jahre Landeshauptstadt.
Auch bei der Bildung will die Stadt nachjustieren. Der Neubau der ASO Nord und neue Bildungslandschaften von der Kinderbildung bis zur Hochschule sollen St. Pölten weiter als Bildungszentrum in Niederösterreich stärken. Beim Wohnen setzt Rot-Grün auf neue Konzepte wie in Radlberg und sozialen Wohnbau wie in der Stifterstraße.
Die Grünen bringen laut Heimerl-Lesnik mehrere Punkte mit Nachdruck ein. Dazu zählt eine Alternativenprüfung zum S34-Projekt, die noch heuer ausgeschrieben und beauftragt werden soll. Grundlage sollen aktuelle Verkehrsdaten und verschiedene Szenarien sein.
Beim Thema Ökologie steht besonders der GÜPL im Mittelpunkt. Das frühere Bundesheer-Übungsgelände gilt mit rund 140 Hektar als Naturjuwel und soll entsprechend abgesichert und weiterentwickelt werden. Dazu kommen Hitzeschutz-Maßnahmen wie mehr Schatten, Begrünung, Trinkbrunnen, bepflanzte Südfassaden bei Schulen und Kindergärten sowie eine Baumschutzverordnung.
Für mehr Transparenz soll ab Herbst 2026 der Live-Stream der Gemeinderatssitzungen zurückkommen. Derzeit laufen Gespräche mit Denkmalamt und Firmen, die nicht nur den Stream, sondern auch Protokollierung, Archivierung und Weiterbearbeitung anbieten.
Schon in der Gemeinderatssitzung kommenden Montag, am 29. Juni, soll zudem im Rahmen der Klimapionierstadt die Einreichung eines Projekts beschlossen werden. Es geht um Planung und Umsetzung von Maßnahmen zur Klimawandelanpassung.