König Charles will in seiner Rede zum Commonwealth Day die Bedeutung internationaler Bündnisse betonen. Angesichts globaler Krisen stehe die Welt vor "herausfordernden Momenten", in denen Zusammenarbeit wichtiger sei denn je.
Die jährliche Feier des Commonwealth wird traditionell mit einem Gottesdienst in der Westminster Abbey begangen. In diesem Jahr wird dort die größte Versammlung von Mitgliedern der königlichen Familie seit der Festnahme von Prince Andrew erwartet.
In seiner Ansprache an rund 1.800 Gäste – darunter Politiker, Diplomaten und Vertreter der Commonwealth-Staaten – will der König betonen, dass gerade Krisenzeiten den Geist der Gemeinschaft sichtbar machen.
Er wird sagen, dass sich die Welt derzeit mit zunehmendem Druck durch Konflikte, Klimawandel und rasante Veränderungen konfrontiert sehe. Doch gerade in solchen Momenten zeige sich die dauerhafte Stärke des Commonwealth besonders deutlich.
Der König richtet seine Botschaft an die 56 Mitgliedstaaten der Organisation. Gemeinsam könne man sicherstellen, dass der Commonwealth weiterhin eine Kraft des Guten bleibe – getragen von Gemeinschaft, kultureller Vielfalt und dem Engagement für Nachhaltigkeit.
Die Rede findet vor dem Hintergrund mehrerer internationaler Konflikte statt – unter anderem des Krieges in der Ukraine, der Gewalt im Sudan sowie der jüngsten militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA, Israel und Iran.
Seit dem 28. Februar sollen laut offiziellen Angaben mehr als 1.200 Menschen im Iran, über 290 im Libanon und elf in Israel ums Leben gekommen sein. Zudem wurden sechs US-Soldaten getötet.
Neben geopolitischen Spannungen will Charles auch Themen wie den Klimawandel und die wachsende Rolle künstlicher Intelligenz ansprechen. Wissenschaftler bezeichneten das Jahr 2025 als das drittwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen.
Mit seiner Position zum Klimaschutz steht der König in deutlichem Kontrast zur Politik von Donald Trump, der eine Entscheidung zurücknahm, die US-Bundesbehörden bei der Begrenzung von Treibhausgasen unterstützt hatte.
Berichten zufolge planen Charles und Camilla im kommenden Monat eine dreitägige Reise in die USA, um an den Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit teilzunehmen.
Doch der geplante Besuch stößt bereits auf Kritik, da es derzeit Spannungen zwischen Trump und dem britischen Premierminister Keir Starmer im Zusammenhang mit dem Konflikt im Iran gibt.
Beim Gottesdienst in Westminster Abbey werden neben Charles und Camilla auch Prinz William, Prinzessin Kate, sowie ihr Ehemann Tim Laurence erwartet. Auch Prominente werden teilnehmen. So wird Geri Halliwell als Botschafterin der Royal Commonwealth Society sprechen.
Weitere Beiträge kommen unter anderem von der ehemaligen "Strictly Come Dancing"-Jurorin Oti Mabuse sowie von der Dichterin Selina Tusitala Marsh, der ersten Commonwealth-Poet-Laureate.
Der multireligiöse Gottesdienst wird seit 1972 gefeiert und soll die kulturelle Vielfalt des Commonwealth mit Musik, Tanz und Lesungen zeigen.
Zu den Höhepunkten gehören die Uraufführung der "Commonwealth Symphony" des Komponisten Rekesh Chauhan sowie Auftritte der Royal Ballet School und des Steel-Orchesters Melodians Steel Orchestra. Erstmals seit 37 Jahren wird die BBC die Veranstaltung jedoch nicht live im Fernsehen übertragen. Offiziell wegen finanzieller Herausforderungen.
Überschattet wird die Veranstaltung auch von der Debatte um Andrew, der nach seiner Festnahme wegen mutmaßlichen Fehlverhaltens im öffentlichen Amt erneut unter Druck steht.
Mehrere Politiker – darunter der kanadische Premierminister Mark Carney – fordern inzwischen, Andrew aus der Thronfolge zu entfernen.
Derzeit steht er an achter Stelle der britischen Thronfolge. Eine Änderung würde jedoch ein Gesetz im Vereinigten Königreich sowie die Zustimmung der 14 Commonwealth-Reiche erfordern.
Andrew bestreitet weiterhin jedes Fehlverhalten im Zusammenhang mit seinen Kontakten zu Jeffrey Epstein.