Neue Vorwürfe erschüttern das britische Königshaus: Laut einem Bericht der "Daily Mail" soll König Charles bereits 2019 vor einem möglichen Missbrauch des royalen Namens durch Ex-Prinz Andrew gewarnt worden sein.
Auslöser ist eine E-Mail eines Whistleblowers, die dem Bericht zufolge über die Kanzlei Farrer & Co. an den damaligen Prince of Wales Charles weitergeleitet wurde. Darin wird behauptet, Andrew, der frühere Duke of York, habe geheime finanzielle Beziehungen zu dem umstrittenen Finanzier David Rowland unterhalten.
In der Nachricht sei von einem "Missbrauch des Namens der Royal Family" die Rede gewesen. Andrew soll demnach seine Beziehung zu Rowland über familiäre Interessen gestellt haben.
Laut den vorliegenden Informationen soll Andrew Rowland und dessen Sohn Jonathan in offizielle Tätigkeiten eingebunden haben. Zwischen 2001 und 2011 war Andrew als staatlich finanzierter Handelsbeauftragter unter anderem in China und in ehemaligen Sowjetstaaten unterwegs. Über mehrere Jahre hinweg soll er Rowland auf geschäftliche Möglichkeiten aufmerksam gemacht haben, die sich aus diesen Reisen ergaben.
Zudem wird behauptet, Rowland habe Andrews Ex-Frau Sarah Ferguson mit 40.000 Pfund (rund 45.700 Euro) bei der Tilgung von Schulden unterstützt. Außerdem soll 2017 ein Kredit über 1,5 Millionen Pfund (rund 1,7 Mio. Euro) für Andrew beglichen worden sein.
Ein besonders schwerer Vorwurf betrifft die Privatbank Banque Havilland. Laut Whistleblower soll Rowland Andrew dafür bezahlt haben, eine luxemburgische Banklizenz zu beschaffen. Diese Lizenz wurde 2024 von der Europäischen Zentralbank entzogen, das Institut hat dagegen Berufung eingelegt.
Jonathan Rowland erklärte laut "Daily Mail", er habe "keine Ahnung" von der E-Mail an Charles. Die Behauptung, man könne eine Banklizenz "beschaffen", sei "idiotisch".
Die jüngsten Enthüllungen fallen in eine ohnehin angespannte Phase: Andrew wurde am Donnerstag unter dem Verdacht des Fehlverhaltens im öffentlichen Amt festgenommen und nach elf Stunden wieder freigelassen. Eine Anklage gibt es bisher nicht, Andrew weist sämtliche Vorwürfe zurück.
Mehrere Politiker fordern nun eine umfassende Untersuchung. Zudem mehren sich Stimmen, die eine gesetzliche Regelung zur Entfernung Andrews aus der Thronfolge verlangen – derzeit steht er an achter Stelle.
Der Buckingham-Palast erklärte, man könne sich angesichts der laufenden Ermittlungen nicht zu den Vorwürfen äußern.