Hinter Gittern, aber dennoch draußen höchst-aktiv. Ein Serbe (28) soll aus seiner Gefängniszelle in der Justizanstalt Hirtenberg (NÖ) einen Drogenring in Wien dirigiert haben. Unter dem modischen Decknamen "Ralph Lauren" soll der zweifach Vorbestrafte über den Messengerdienst Signal Komplizen kommandiert, Kokainlieferungen organisiert und sogar einen Fünf-Kilo-Deal um 95.000 Euro eingefädelt haben.
Doch die Dealer machten die Rechnung ohne die Polizei. Ein verdeckter Kripo-Ermittler gab sich als Käufer für 1 Kilo aus, übergab 18.500 Euro und bekam die Ware – da klickten die Handschellen. In einer Bunkerwohnung fanden Ermittler noch mehr Stoff, Bargeld und gefälschte Ausweise. Auch für zwei mutmaßliche Komplizen (24, 32) wurden gefasst.
Bei einer Razzia in der Gefängniszelle leistete sich der mutmaßliche Drahtzieher wahrlich einen Griff ins Klo – im wahrsten Sinne des Wortes: Beim Eintreffen der Beamten steckte der Verdächtige gerade mit seiner Hand der in der Toilette, hatte (vergeblich) versucht, sein Handy zu zerstören und im Abfluss zu versenken. Mit blutender Wunde musste der Mann sogar medizinisch versorgt werden. Schließlich kam er in die Justizanstalt Josefstadt.
Gleich nebenan am Landl müssen sich er und seine drei "Läufer" am Montg wegen schweren Suchtgifthandels verantworten. Top-Verteidiger Michael Babic vertritt einen der Angeklagten. Für die Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung, es drohen hohe Haftstrafen.