"Ralph" warf Handy ins Klo

Koks-Deals aus dem Häf’n – Komplizen kassieren Haft

Ein Häftling soll aus seiner Zelle Drogenhandel betrieben haben. Vor Gericht bestritt er. Zwei seiner mutmaßlichen Komplizen fassten Haftstrafen aus.
12.10.2026, 22:02
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Selbst hinter Gittern höchst umtriebig: Ein 29-jähriger Häftling aus Serbien soll aus der Justizanstalt Hirtenberg (NÖ) unter dem Decknamen "Ralph Lauren" kiloweise Kokain gehandelt haben – wir berichteten. Nun stand der Verdächtige – er erinnert zumindest äußerlich entfernt an Professor Snape – gemeinsam mit seinen "Läufern" in Wien vor Gericht. Es war einer der wenigen Prozesse, die trotz Richter-Streiks am Landl stattfanden.

Mit einem illegalen Handy soll er "von drinnen" draußen ganze Operationen koordiniert haben, dabei große Mengen an Drogen verschoben und auch an verdeckte Ermittler verkaufen lassen. Für den serbischen Handlanger – er wurde souverän von Michael Babic verteidigt – klickten noch an Ort und Stelle die Handschellen.

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Der zweite Mittäter flog im Zuge einer Razzia in der Bunkerwohnung auf. Neben einem gefälschten Ausweis wurden bei ihm auch Chat-Nachrichten mit Drogenfotos gefunden, die exakt zwei Tage vor dem fingierten Deal versendet wurden. "Ein blöder Zufall, reine Angeberei", meinte der von Lukas Hruby vertretene Albaner frech – und kam damit durch.

Der mutmaßliche Capo hatte weniger Glück. Er hatte (vergeblich) versucht, das Handy im Gefängnis-Klo zu versenken und sich dabei sogar übel an der Hand verletzt. "In meiner Zelle waren schon mehrere Mobiltelefone, ich habe sie nur gelegentlich mitbenutzt", wies er dennoch jede Schuld von sich. Nur aus Angst, seine vorzeitige Entlassung zu gefährden, habe er es zerstört. Von einem "Ralph Lauren" habe er "noch nie gehört".

Doch auch in der Justizanstalt Josefstadt – in der er mittlerweile einsitzt – soll der mutmaßlich unbelehrbare Drogenboss erneut gegen Geld Koks, Gras und Meth schmuggeln lassen haben. "Das ist noch nicht einmal fertig ermittelt", wehrte sich seine Verteidigerin Bettina Caspar-Bures gegen Einbeziehung dieser Fakten in die Anklage. Der Richter vertagte die Verhandlung gegen den Drahtzieher, verdonnerte die Komplizen aber bereits zu Haftstrafen – einmal wegen Drogenhandels (2 Jahre) und einmal wegen Urkundenfälschung (4 Monate). Für den mutmaßlichen Boss gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.

ct, Akt. 12.10.2026, 22:33, 12.10.2026, 22:02