Schwere Verletzungen, Waldbrände, kaputte Häuser und Schäden in Millionen-Höhe – auch heuer kam es rund um den Jahreswechsel wieder zu schrecklichen Unfällen mit Böllern und Raketen. In Wien-Donaustadt sprengte sich ein 10-jähriger Bub mehrere Finger weg.
In Innsbruck setzten Kinder einen Wald mit Feuerwerkskörpern in Flammen. In Wien-Favoriten verlor ein 14-Jährige eine Hand wegen eines Krachers. Die Silvester-Knallerei hat auch heuer wieder ordentlich Spuren hinterlassen. Jetzt fordern rund 130.000 Menschen ein österreichweites Böllerverbot – und das innerhalb von nur drei Wochen.
Initiiert wurde die Petition von der Plattform #aufstehn. Auf dieser wird gefordert, dass Feuerwerke ab Kategorie F2 – also Raketen, Fontänen oder Batterien – künftig nur noch Profis zünden dürfen. Der Appell richtet sich direkt an Innenminister Gerhard Karner (VP). "Die Knallerei zu Silvester schadet Mensch, Tier und Umwelt", sagt Flora Bachmann von #aufstehn. "Dass über 100.000 Menschen unsere Petition unterstützen, zeigt: Die Leute wollen ein Verbot."
Derzeit ist die Regelung in Österreich ein Flickwerk. In manchen Bundesländern gibt es regionale Verbote – so wie in Wien –, in anderen darf geböllert werden. "Das ist kaum kontrollierbar", kritisiert Bachmann – und fordert einheitliche Regeln für das ganze Land.
Die über 130.000 Unterschriften für ein einheitliches Böllerverbot sind jedenfalls ein starkes Zeichen, nun ist die Politik am Zug. In der Silvesternacht gab es heuer über 900 Anzeigen, 2.800 gefährliche Gegenstände wurden sichergestellt.