Nach dem Einbruch und der illegalen Party im Palais Festetics – wir berichteten – richtet sich der Fokus der Ermittler auf das, was die Täter zurückließen. Denn neben verwüsteten Prunkräumen, beschädigtem Inventar und gestohlenen Kunstwerken fanden sich im Gebäude auch zurückgelassene Kleidungsstücke – darunter mehrere Jacken.
Nach Informationen aus dem Umfeld des Palais wurden diese Gegenstände sichergestellt. Sie könnten nun eine entscheidende Rolle bei den Ermittlungen spielen. Denn Kleidung ist für Kriminalisten oft ein wichtiger Spurenträger.
Neben den Jacken wurden im gesamten Gebäude zahlreiche leere Flaschen und Gläser entdeckt. An mehreren davon sicherte die Polizei Fingerabdrücke. Auch DNA-Spuren sind möglich – etwa durch Hautkontakt, Speichel oder Schweiß.
Gerade bei ausgelassenen Partys hinterlassen Täter häufig unbeabsichtigt verwertbare Spuren. Für Ermittler sind solche Hinterlassenschaften oft wertvoller als Zeugenaussagen.
Dass Tage nach dem Einbruch erneut Personen im Palais gesehen wurden, könnte laut Insidern auch damit zusammenhängen, dass Beteiligte vergessene Jacken oder persönliche Gegenstände abholen wollten. Ob es sich dabei um dieselben Personen handelt, ist derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen.
Eine Mieterin hatte die Unbekannten im Gebäude bemerkt und mehrere junge Frauen aus dem Palais vertrieben. Kurz darauf wurde die Polizei verständigt.
Der Vorfall ist der Polizei bekannt. Auf Anfrage von "Heute" bestätigte eine Sprecherin, dass die Ermittlungen wegen des Verdachts des Einbruchsdiebstahls und der Sachbeschädigung vom Landeskriminalamt Wien, Außenstelle Mitte, geführt werden.
Ob die gesicherten Spuren bereits ausgewertet wurden und ob sie zu konkreten Tatverdächtigen führen, ist derzeit noch offen. Klar ist jedoch: Was die Täter im Palais zurückließen, könnte ihnen nun zum Verhängnis werden.