55 Verstöße in Wien

Kopftuchverbot – in zwei Bezirken häufen sich die Fälle

Das neue Kopftuchverbot sorgt bereits für erste Verfahren: In Wien wurden 55 Fälle an die Bildungsdirektion gemeldet.
Wien Heute
18.09.2026, 08:31
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Das neue Kopftuchverbot an Österreichs Schulen sorgt bereits wenige Wochen nach dem Start für erste Verfahren. In Wien wurden bislang 55 Fälle an die Bildungsdirektion weitergeleitet. Auch in Niederösterreich gibt es bereits eine Anzeige.

Seit Beginn des neuen Schuljahres gilt: Mädchen unter 14 Jahren dürfen am Schulgelände kein Kopftuch tragen, wenn damit das "Haupt nach islamischen Traditionen verhüllt" wird. Bei einem ersten Verstoß soll zunächst das Gespräch mit der Schülerin gesucht werden.

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Bleibt das Kopftuch trotzdem auf, wird die Schulleitung eingeschaltet. Die Eltern müssen über die geltenden Regeln und den Zweck des Verbots informiert werden. Geht die Schülerin danach weiterhin verhüllt zum Unterricht, wird der Fall an die Bildungsdirektion übergeben.

Schwerpunkt in zwei Wiener Bezirken

In der Bundeshauptstadt sind laut "Krone" bereits 55 Fälle bei der Bildungsdirektion gelandet. Besonders viele Meldungen kommen aus Rudolfsheim-Fünfhaus mit 14 Fällen und Floridsdorf mit elf.

Dabei handle es sich nicht automatisch um Familien mit radikalem Hintergrund. Laut Behörde gebe es insbesondere bei älteren Schülerinnen auch Fälle, in denen die Mädchen selbst das Kopftuch nicht ablegen wollen. Noch diese Woche sollen erste Gespräche mit Eltern stattfinden. Dabei werden die Betroffenen erneut über die gesetzlichen Vorgaben und mögliche Konsequenzen informiert.

Erste Anzeige in Niederösterreich

In Niederösterreich ist das Verfahren bereits einen Schritt weiter. Dort wurde ein Fall an die Bezirkshauptmannschaft Neunkirchen weitergeleitet, nachdem eine Schülerin auch nach einem Gespräch mit ihren Eltern in der Bildungsdirektion erneut mit Kopftuch in der Schule erschienen war.

Weitere Fälle befinden sich laut Land Niederösterreich derzeit in verschiedenen Phasen des vorgesehenen Verfahrens. Weitere Gespräche in der Bildungsdirektion sind bereits geplant. Bei wiederholten Verstößen können Geldstrafen von bis zu 800 Euro verhängt werden – auch mehrmals.

red,18.09.2026, 08:31