Mutter und Tochter packen aus

Er ist verschwunden – Krimi um Gunkls Geheim-Laptop

Im Missbrauchs- und Erpressungs-Fall um Star-Kabarettist Günther "Gunkl" Paal kommen unfassbare Details ans Licht – "Heute" kennt die Hintergründe.
Christian Tomsits
17.09.2026, 14:00
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Der Fall Gunkl dürfte noch viel schlimmer sein als bisher angenommen– nun kommen brisante neue Details heraus. Seit vielen Jahren sind der Star-Kabarettist und die beiden Slowakinnen (42, 63) bekannt. Sie dürften sich über eine Sex-Anzeige im Internet kennengelernt haben, die explizit für Abenteuer zu dritt aufgesetzt war. Gunkl besuchte die 42-jährige Masseurin und das mittlerweile pensionierte Zimmermädchen regelmäßig in deren Haus mit Garten im Süden Wiens.

"Meinen Mandantinnen ist wichtig zu betonen, dass sie über die Jahre ein familiäres Verhältnis pflegten, vor allem die Mutter war sogar in ihn verliebt", so deren Verteidiger Werner Wendt. Besonders die 63-Jährige freute sich immer, wenn er kam, "da er so lustig" und "großzügig" war. Bei den Treffen gegen Bezahlung soll es zu einvernehmlichen sexuellen Kontakten gekommen sein. Aber man habe auch miteinander und füreinander gekocht und sei beisammen gesessen.

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Verteidiger Werner Wendt verteidigt die beiden Slowakinnen (42, 62), die Gunkl erpresst haben sollen.
privat

Für die Masseurin kaufte Gunkl einmal ein neues Bett zum Geburtstag und zahlte sogar regelmäßig das Futter für insgesamt 19 Hunde (!) der Frau. Eines Tages soll Gunkl mit einem Laptop vorstellig geworden sein, auf welchem er den Frauen Missbrauchsdarstellungen vorgeführt haben soll. Brisant: Besagter Laptop konnte von den Ermittlern bis jetzt nie gefunden werden – einzig auf einem Stand-PC, den er "viele Jahre" nicht angerührt haben will, wurden 960 Bilddateien und 19 Videos mit kinderpornografischen Inhalten sichergestellt.

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Der Missbrauch an dem damals erst vierjährigen Opfer fand im Jänner 2025 im Haus der Mutter statt – im Beisein der Oma und gegen Bezahlung von 300 Euro. Gunkl und beide Frauen sollen stark alkoholisiert gewesen sein, als sie das Mädchen laut Anklage nackt vor dem Schauspieler auf die Couch setzten.

Für das, was dann geschah, will Gunkl laut seinem Anwalt "die volle Verantwortung übernehmen" und "nichts beschönigen". Fest steht: Der Vorfall soll laut ihrem Verteidiger die beiden Frauen so mitgenommen haben, dass es "zu einem Bruch" gekommen sei. Das Duo, das gerne große und sündteure Shopping-Touren unternahm, soll aus akuter Geldnot in weiterer Folge einen teuflischen Erpressungs-Plan geschmiedet haben, der sie schließlich ins Gefängnis brachte.

Mutter und Tochter drohten dem Kabarettisten mit der Publikmachung seiner pädophilen Neigungen und dem gewalttätigen Bruder der Tochter, der vorgeblich ein Bild vom widerwärtigen Missbrauch gesehen haben soll. Ein Foto gab es in Wirklichkeit jedoch nie. Auch der Bruder wusste von nichts.

Doch die Slowakinnen waren sich offenbar ihrer Sache sicher. "Er wird sicher zahlen, er ist sonst angeschissen", heißt es. Gunkl übergab das geforderte Bargeld in Kuverts, traf sich auf Parkplätzen in Niederösterreich und am Wiener Hauptbahnhof mit der 42-Jährigen. Bis Mai 2026 soll der Kabarettist insgesamt 159.000 Euro bezahlt haben. "Zu Weihnachten muss er wieder was zahlen", wollte das Duo weitermachen – die Gier war wohl zu groß.

Gunkl erstattete Selbstanzeige und legte eine Lebensbeichte ab. Anschließend wurden die Frauen abgehört. Bei einer anschließend fingierten Übergabe weiterer 30.000 Euro schlug die Kripo am Wiener Hauptbahnhof zu und nahm die 42-Jährige fest. Ihre Mutter wurde später ebenfalls geschnappt. Sie sagten umfassend aus und wollen sich geständig nun auch verantworten. Die Abnahme ihrer zwei Kinder (6, 3) schmerzt die Verdächtige am meisten – "es ist eine Katastrophe", so Verteidiger Wendt.

Von dem geheimen Gunkl-Laptop mit möglicherweise weiteren Bild- und Videodateien fehlt jede Spur. Viel spricht dafür, dass er ebenso vernichtet wurde wie ein Großteil der Kommunikationschats zwischen dem Kabarettisten und den Komplizinnen. Für alle drei gilt die Unschuldsvermutung.

ct,Akt. 17.09.2026, 14:08, 17.09.2026, 14:00