Im Kriminalfall rund um Kabarettist Günther Paal werden weitere schwere Vorwürfe bekannt. Der Anwalt des 64-Jährigen behauptet, dass ihm das damals fünfjährige Mädchen von dessen Mutter und Großmutter "zugeführt" worden sei. Später sollen die beiden Frauen Paal um insgesamt 189.000 Euro erpresst haben.
In dem Fall gibt es drei noch nicht rechtskräftige Anklagen. Neben Paal sind eine 42-jährige Frau und deren 62-jährige Mutter angeklagt. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.
Die beiden Frauen befinden sich wegen des Vorwurfs der schweren Erpressung in Untersuchungshaft. Sie sollen Paal in mehreren Tranchen um insgesamt 189.000 Euro erpresst haben.
Bevor weitere 30.000 Euro übergeben wurden, erstattete Paal Selbstanzeige und Anzeige. Die 42-Jährige wurde bei der geplanten Übergabe am 30. Juni am Wiener Hauptbahnhof von einem verdeckten Ermittler festgenommen. Ihre Mutter wurde am 6. Juli nach ihrer Rückkehr nach Wien festgenommen, berichtet die "Krone".
Nach Angaben von Paals Anwalt Florian Höllwarth lernte der Kabarettist die beiden Frauen, die laut dem Rechtsvertreter als Sexarbeiterinnen tätig waren, vor rund zehn Jahren über eine Anzeige kennen. Etwa ein Jahr lang soll laut "Krone" Kontakt bestanden haben. Schon damals seien die verlangten Zahlungen immer weiter gestiegen, bis Paal den Kontakt beendete.
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2024 soll die 42-Jährige wieder Kontakt aufgenommen und ein Treffen zu dritt vorgeschlagen haben. Dadurch kam Paal laut Darstellung seines Anwalts auch mit der Tochter der Frau in Kontakt. Das Mädchen sei ihm "zugeführt" worden. Anfang 2025 soll es in Paals Wohnung zu einem "einmaligen Übergriff" auf das mittlerweile fünfjährige Kind gekommen sein, berichtet die "Krone".
Nach Darstellung von Höllwarth soll die Mutter danach zunächst 200 und später 300 Euro für das Kind verlangt haben. In weiterer Folge seien die Forderungen immer weiter gestiegen – zum Schluss um 30.000 Euro, heißt es in dem Bericht.
Laut Anklage sollen Mutter und Großmutter schließlich damit gedroht haben, Fotos zu veröffentlichen, auf denen der Missbrauch des Kindes zu sehen sein soll. Derartige Aufnahmen dürften allerdings nie existiert haben. Außerdem sollen sie mit ihrem gewalttätigen Bruder beziehungsweise Sohn gedroht haben. Dieser habe laut Paals Anwalt nichts davon gewusst.
Der Rechtsvertreter der beiden Frauen, Werner Wendt, erklärte, die 42-Jährige zeige sich "voll geständig zu den Vorwürfen", ihre Mutter sei "großteils geständig". Er sprach gegenüber der "Kronen Zeitung" zudem von einem "sehr familiären Umgang" zwischen den beiden Slowakinnen und Paal.
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Die Frauen befinden sich wegen Tatbegehungs- und Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft. Paal ist auf freiem Fuß. Die Anklagen gegen alle drei wurden am Mittwoch eingebracht. Innerhalb von 14 Tagen können die Beschuldigten Einspruch erheben.
Paal hatte zuvor in einem Video über den Missbrauch des Kindes sowie den Besitz von Missbrauchsdarstellungen gesprochen. In seinem Videostatement kündigte er außerdem an, jede Strafe, die kommt, "unwidersprochen hinnehmen" zu wollen.
Das fünfjährige Mädchen und sein siebenjähriger Bruder befinden sich laut "Krone" mittlerweile in der Obhut der Kinder- und Jugendhilfe. "Es geht ihnen gut", sagt Sprecherin Ingrid Pöschmann.
Laut dem Anwalt der beiden Frauen stehen die Kindesabnahmen allerdings nicht im Zusammenhang mit den aktuellen Ermittlungen.
Es gilt die Unschuldsvermutung.