Ein ausgedehnter Bahndammbrand in Frohnleiten hat am Mittwoch in der Steiermark für massive Probleme im Bahnverkehr gesorgt. Mehrere Verbindungen mussten eingestellt werden. Züge aus Wien kamen nicht durch, Pendler standen plötzlich ratlos an den Bahnhöfen, berichtet die "Kleine Zeitung". Die Hoffnung vieler: schnelle Ersatzverbindungen mit Pendelzügen. Diese wurden enttäuscht.
Laut ÖBB-Pressesprecher Herbert Hofer wurde bei Zügen über Bruck/Mur kurzerhand auf die alte Route Richtung Klagenfurt umgestiegen. Fahrgäste mit Ziel Graz wurden zuvor rausgelassen und dann mit Bussen weitertransportiert. Von dort ging es per Zug weiter über die Koralmstrecke – allerdings erst nach 22 Uhr. Auch einige S-Bahn-Verbindungen südlich von Graz standen still.
Doch warum gab es keine direkten Pendelzüge zwischen Graz und Klagenfurt? Laut Bahn rentiert sich das nicht. "Das wäre absolut unwirtschaftlich, dann müsste man ja an jedem Bahnhof 20 Garnituren stehen haben, das geht nicht", sagt Hofer. Stattdessen setzt man auf alternative Maßnahmen wie Schienenersatzverkehr mit Bussen.
Für viele Fahrgäste bedeutet das längere Fahrzeiten, mehr Umstiege und zusätzlichen Stress im Alltag. Zeitverzögerungen seien dabei natürlich selbsterklärend, so der Bahn-Sprecher.
Das Schienen-Chaos stellte die Pendler auf eine harte Geduldsprobe. Viele übten sich in Galgenhumor: Einfahrende Züge wurden in Graz am Hauptbahnhof mit Applaus begrüßt; Verspätungsdurchsagen mit verzweifeltem Gelächter, schildert die "Kleine".