Energiewende

160-Meter-Turm beim Kraftwerk Korneuburg wird gesprengt

Das Kraftwerk in Langenzersdorf (NÖ) wird zum modernen Energieknoten umgebaut, der markante Turm soll bis 2027 gesprengt werden.
Newsdesk Heute
03.01.2026, 20:53
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Der rot-weiß gestrichene Kraftwerkskamin bei der Autobahnabfahrt Korneuburg Ost ist für viele ein vertrauter Orientierungspunkt. Doch seine Tage sind gezählt.

Der mehr als 160 Meter hohe Schlot wird nicht mehr gebraucht und soll 2027 gesprengt werden. Die ersten Vorbereitungsarbeiten sollen bereits in Kürze beginnen.

Ursprünglich lief das 1960 in Betrieb gegangene Kraftwerk in Langenzersdorf mit Öl und Gas. Bis heute gibt es am Standort noch eine Gasturbine, die aber laut ORF derzeit "formell" außer Betrieb ist. Theoretisch könnte die Turbine wieder hochgefahren werden. Die Gas- und Dampfturbinenanlage wurde aber nach dem Betrieb bis 2018 mit 1. Oktober 2019 offiziell "betriebsunterbrochen".

Zwischenzeitlich hat eine Klosterneuburger Firma am Gelände sogar ein Glashaus für Bananensetzlinge betrieben.

Heute spielt das Areal am linken Donauufer eine andere Rolle: Es ist ein wichtiger Knotenpunkt im Energienetz. Ein etwa 450 Meter langer Mikrotunnel verbindet unter der Donau die Versorgungsleitungen von Korneuburg und Klosterneuburg. Im Tunnel verlaufen Strom-, Gas-, Internet-, Trinkwasser- und Naturwärmeleitungen.

Die EVN plant, den Standort in Zukunft weiter als Energie- und Infrastrukturknoten auszubauen. Für die Wärmeversorgung setzt das Unternehmen auf eine große Wärmepumpe. Damit wird Wasser verwendet, um im Sommer die Menschen in der Region mit Wärme zu versorgen.

"Das heißt, wir erzeugen die Wärme aus einer Wärmepumpe, müssen kein Erdgas mehr dafür einsetzen und sparen uns die Biomasse, mit der wir sonst die Wärme erzeugen, für den Winter auf", sagt EVN-Sprecher Stefan Zach zum ORF. Zusätzlich gibt es am Standort bereits ein Biomasseheizwerk.

Auch in Zukunft hat die EVN weitere Pläne für das Gelände. Neben dem Ausbau der Biomasseanlage denkt man über Anlagen nach, die Schwankungen bei erneuerbaren Energien ausgleichen könnten – etwa kleinere Turbinen (mit Gas oder Wasserstoff) oder einen großen Stromspeicher.

Der weithin sichtbare Turm des Kraftwerks wird dafür nicht mehr gebraucht. In den nächsten Wochen starten die Vorbereitungen für die Sprengung. Zuerst werden die Gebäude im Inneren für den Abbruch vorbereitet, danach folgt die Sprengung, so die EVN. Auch ein Teil der Turbinenhalle wird noch abgetragen. Im Inneren zeigt bereits eine neue Trennwand die künftige Grenze des Gebäudes.

"Der Kamin hat eine Höhe von über 160 Metern. Das muss gut geplant werden", sagt der EVN-Sprecher, damit 2027 sowohl das Kesselhaus als auch der Kamin gesprengt werden können. Für die nächsten Schritte sind Informationsveranstaltungen für die Nachbarn geplant, ebenso Abstimmungen mit ÖBB und ASFINAG. Spätestens Mitte 2027 soll der Kamin dann Geschichte sein.

{title && {title} } red, {title && {title} } 03.01.2026, 20:53
Jetzt E-Paper lesen