Cornelia G. ist verzweifelt. Seit 2022 lebt die 58-Jährige mit ihrem Lebensgefährten und ihrem Sohn in einem Miethaus in Leopoldsdorf (Bezirk Bruck an der Leitha, NÖ). Was als neues Zuhause gedacht war, sei laut der schwer kranken Niederösterreicherin längst zum Albtraum geworden.
"Durch unsere Wohnsituation bin ich völlig am Boden. Ich muss täglich weinen und bekomme Panikattacken", klagt Cornelia G. im "Heute"-Gespräch. Der früheren Handelskauffrau wurde zuvor ein Teil der Lunge entfernt, zudem leidet sie unter einer schweren chronischen Lungenerkrankung und einer posttraumatischen Belastungsstörung. Auch ihr Partner ist chronisch krank, beide sind beim AMS als arbeitslos gemeldet.
Seit vier Jahren wohnen Cornelia G. und ihr Lebensgefährte in einem maroden Miethaus. Cornelia G.: "Wir leben hier in einem Rattenhaus, es ist die reinste Bruchbude. Das Dach ist völlig undicht und es regnet hinein, das hat uns auch ein Sachverständiger bestätigt. Nachts kann ich nicht schlafen, weil die Ratten in den Wänden so laut kratzen. Es ist widerlich in diesem Haus. Jeden Teller muss ich vor dem Benutzen zweimal waschen, weil überall die Schimmelsporen landen." Ein herunterfallender Dachschindel hat den Kopf ihres Partners einmal um wenige Millimeter verfehlt, schüttelt die 58-Jährige den Kopf.
Besonders beängstigend sei für Cornelia G., dass sich Mäuse bereits bis in den Sicherungskasten im Wohnzimmer und in Stromkabeln gefressen hätten. All diese Zustände hat die Mieterin mehrfach ihrem Vermieter mitgeteilt. In einem Schreiben an jenen, das "Heute" vorliegt, schildert sie lockere Dachschindeln, eindringendes Wasser, stinkende Kanaldämpfe, Schädlingsbefall und mögliche Gefahren durch Elektroleitungen.
Auch das Bad sei zwei Wochen lang gar nicht benutzbar gewesen, als der Vermieter einmal eine Teilsanierung der Dusche vornahm. "Da mussten wir eine Dusche im Garten basteln und uns in einem Plastik-Schwimmbecken bei 17 Grad waschen. Unsere Nachbarn hatten freie Sicht, es war erniedrigend", erzählt Cornelia G. Selbst nach jener Sanierung kommen heute noch Kanalgase ins Badezimmer. "Es riecht im Haus, als würde man direkt im Kanal leben."
„Wenn wir keine Bleibe finden, landen wir alle auf der Straße.“Cornelia G.Mieterin in Schimmel- und Rattenhaus
Ihr größtes Problem: Die arbeitslose Frau erzählt, sie würde bei ihrem Vermieter auf taube Ohren stoßen. "Einmal haben wir ihm gesagt, ein Zimmer ist undicht und es regnet hinein. Da hieß es, der Vermieter wird sich darum kümmern. Aber als er gehört hat, wie teuer ein neues Dach ist, hat er es gelassen." Auch andere offensichtlich kaputten Teile im Haus rührte der Vermieter jahrelang nicht an. Vor über einem halben Jahr hat Mieterin Cornelia G. deshalb aufgehört, Miete zu bezahlen.
Die Familie habe laut Cornelia G. viel eigenes Geld in Notreparaturen gesteckt. "Wir dachten, wir können hier alt werden. Wir wollten, dass dieses Haus unsere eigene kleine Oase wird", sagt die kranke Frau im "Heute"-Gespräch. Cornelia G. ist nun am Ende ihrer Kräfte – und Geldreserven.
Im Juni läuft der Mietvertrag ab, länger dürfen Cornelia G., ihr Partner und ihr Sohn nicht mehr im Haus bleiben. Für den Umzug braucht die schwer kranke G. mehrere Wochen, schätzt sie. "Jetzt suchen wir dringend eine Bleibe, in die wir mit unseren zwei Hunden schnell einziehen können. Wenn wir das nicht schaffen, dann landen wir alle auf der Straße. Die Hunde, meine Lebensretter, müssten wir ins Tierheim geben", klagt die Mieterin.
Sie sucht jetzt nach einem Miethaus oder einer Drei-Zimmer-Wohnung in Niederösterreich, bestenfalls nahe Wien, wo sie mit ihrem Lebensgefährten, Sohn und ihren zwei Hunden ziehen kann. "Ich hoffe wirklich ganz ganz fest, dass wir das noch bis Ende Mai schaffen. Wenn nicht, dann gehen wir zugrunde. Das will sich niemand ausmalen." Auf GoFundMe hat Frau G. eine Spendenaktion eingerichtet. Gespendetes Geld will sie für Kaution, Übersiedlungskosten und einen Neustart verwenden.
Jetzt braucht Cornelia G. Unterstützung mehr denn je:
"Heute" spricht auch mit dem Anwalt des Vermieters, dieser möchte sich öffentlich nicht zu dem Thema äußern. "Ich verstehe, dass die beiden Mieter zwei arme Teufeln sind. Aber auch mein Mandant trägt Schaden davon. Er bleibt seit Monaten auf dem Mietentgang sitzen. Noch dazu hat er ein kaputtes Haus, das er gerne reparieren würde. Aber er kommt ja gar nicht ins Haus hinein! Die Mieter haben ihm verwehrt, das Haus zu betreten! Wie soll er renovieren, wenn er nicht hinein kann?"
Cornelia G. bestätigt, dass ihr Vermieter das Haus nicht betreten durfte: "Es sind schlimme Zustände, die sollte ein gerichtlicher Gutachter dokumentieren. Aber kurz bevor der Gutachter kommen sollte, wollte der Vermieter ganz plötzlich alles neu machen! Da habe ich gesagt, nein, der Gutachter soll sehen, wie es wirklich ausschaut. Einmal habe ich ihm da den Zutritt verwehrt, die anderen 30 Mal durfte er sehr wohl hinein."