Trauriger Vorfall am Friedhof Kagran (Wien-Donaustadt). Vor wenigen Tagen, am 1. Oktober, musste Amelie* (25, Namen von der Redaktion geändert) ihr Sternenkind Lara Sophie zu Grabe tragen. Nur wenige Tage später folgte der nächste Schock: Als ihr Vater und sie das Grab besuchten, fehlte plötzlich der Herzkranz, den sie dort hinterlassen hatten.
Der Begriff "Sternenkind" (oder "Engelskind") ist eine Bezeichnung all jener Kinder, die während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt versterben.
Die Vermutung liegt nahe, dass er gestohlen wurde. Amelie und ihr Vater hörten, dass Jugendbanden hier häufig unterwegs seien und ihr Unwesen treiben. "Wir haben nicht Anzeige erstattet. Wir haben auch nicht geglaubt, dass man einem toten Baby etwas stiehlt. Es ist einfach ungeheuerlich", erklärt der Vater (50) im "Heute"-Talk. "Der Kranz hat 160 Euro gekostet. Meine Tochter wollte sich die Schleife behalten, weil es sich um ihr Erstgeborenes handelt", so der Wiener.
Gegenüber "Heute" erklärt eine Sprecherin der Friedhöfe Wien, dass derzeit keine Hinweise auf vermehrte Diebstähle oder organisierte Gruppen vorliegen, die gezielt Straftaten auf Friedhöfen begehen. "Wir bedauern die geschilderten Vorkommnisse und können nachvollziehen, dass ein derartiger Vorfall, insbesondere im Zusammenhang mit der Grabstätte eines verstorbenen Kindes, für die betroffene Familie sehr belastend ist", so die Pressesprecherin.
Betroffenen rät sie, Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Diese könne die Vorwürfe prüfen und gegebenenfalls weitere Maßnahmen setzen. "Im Zeitraum von 30.12.2025 bis 10.09.2026 wurden im Bereich des Friedhofs Kagran lediglich der Diebstahl einer Laterne sowie einer Vase zur Anzeige gebracht", erklärt ein Polizeisprecher auf "Heute"-Nachfrage.
Wer für das Verschwinden des Herzkranzes verantwortlich ist, bleibt somit weiterhin unklar. Für die trauernde Familie ist der Vorfall nach wie vor ein großer Schock.