Auch bei seinem Liebesleben nimmt sich Robert Kratky rückblickend nicht aus der Verantwortung. Der 53-Jährige erzählt in seiner Biografie "Kratky" (ab 21. September erhältlich) offen, dass Treue für ihn früher nicht immer oberste Priorität hatte.
Dabei blickt er auch kritisch auf das Männerbild seiner Generation zurück. "Viele Männer, gerade meiner Generation, sind in dem Glauben aufgewachsen, uns stünden bestimmte Freiheiten oder gar Sonderrechte zu, allein aufgrund unseres Geschlechts. Diese Einstellung bot Männern wie mir oft bequeme Ausreden für mangelnde Treue."
Doch irgendwann musste Kratky die andere Seite kennenlernen. In einer langjährigen Beziehung stellte er fest, "dass ich offensichtlich nicht der Einzige war, der es mit der Treue nicht so ernst genommen hat".
Die Erkenntnis traf ihn vor allem in seiner Eitelkeit und seine Reaktion fiel heftig aus. "Ich habe geweint wie ein Baby und geschrien wie ein Monster." In nächtlichen Wutanfällen zerstörte er sogar Teile seiner Wohnungseinrichtung.
Heute sieht Kratky diese Zeit deutlich anders. "In Wirklichkeit habe ich einfach in der Mitte meines Lebens alles an Leid, was ich verursacht hatte, zurückbekommen."
Die Erfahrung habe ihn verändert. Danach nahm er sich laut Biografie vor, sein Leben zwar weiterhin nach seinen Vorstellungen zu führen, allerdings so, dass dabei niemand mehr leiden sollte. Kratky selbst spricht sogar von "vielleicht sogar mit einem gewissen Karma-Guthaben für die Zukunft".