Tod des Vaters prägte ihn

Robert Kratky glaubte jahrelang, mit 46 zu sterben

Im Alter von nur sechs Jahren verlor Robert Kratky seinen Vater durch einen tragischen Schicksalsschlag, der ihn sein Leben lang begleiten sollte.
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17.09.2026, 10:24
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Robert Kratky (53) war gerade einmal sechs Jahre alt, als sich sein Leben schlagartig veränderte. Sein Vater Franz starb mit nur 46 Jahren nach einem schweren Ärztefehler bei einer eigentlich harmlosen Leistenbruchoperation. Kratky besuchte damals die erste Klasse Volksschule.

Bis dahin beschreibt die Biografie "Kratky" seine Kindheit in Salzburg als wohlbehütet. Doch plötzlich fehlte der Vater und sein wesentlich älterer Bruder Thomas musste viel zu früh Verantwortung übernehmen. Er übernahm das Unternehmen des Vaters und rückte innerhalb der Familie praktisch an dessen Stelle. "Ich bin sozusagen automatisch an die Stelle meines Vaters gerückt und zum Familienoberhaupt geworden", erzählt Thomas Kratky.

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Wie tief der frühe Verlust Robert Kratky geprägt hatte, zeigte sich erst Jahrzehnte später. Das Alter, in dem sein Vater gestorben war, wurde für ihn zu einer regelrechten Grenze.

Kratky ging lange davon aus, selbst nicht älter als 46 zu werden. "Das war kein leichter Anflug von Pessimismus, der ab und zu meine Gedankenwelt umwehte, sondern ich war mir relativ sicher. Ich hatte die Möglichkeit, dass ich in diesem Alter krank werde oder einen Unfall habe und sterbe, als mögliche Variante der Realität längst akzeptiert."

Doch Kratky wurde 46 und lebte weiter. Plötzlich musste er sich mit einer Zukunft beschäftigen, mit der er innerlich offenbar nie wirklich gerechnet hatte. "Er starb nicht wie sein Vater mit 46 Jahren, sondern lebte weiter", heißt es über diesem Kapitel in der Biografie.

Ausgerechnet das Jahr danach wurde zu einem der schwierigsten seines Lebens. Rund um seinen 47. Geburtstag im Mai 2020 kamen beruflicher Druck, Schlafprobleme und private Belastungen zusammen. Schließlich brach Kratky zusammen.

Der Zusammenbruch wurde für Kratky schließlich zum Wendepunkt. Er suchte sich psychiatrische Hilfe und begann eine regelmäßige Gesprächstherapie. Zwar machte er beruflich zunächst weiter, doch die Erkenntnis, wie verletzlich er tatsächlich war, veränderte seinen Blick auf sein Leben. Jahre später zog er endgültig die Konsequenz: 2025 verließ er den Ö3-Wecker vorzeitig.

red,17.09.2026, 10:24
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