Direkt im Spital

Krebs besiegt – Johannes heiratete seine große Liebe

Seit zwei Jahren kämpft Johannes gegen Krebs: Nun konnte er dank einer Not-Trauung in der Klinik Floridsdorf seine große Liebe Waltraud heiraten.
Christine Ziechert
03.07.2025, 07:00
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Die vergangenen zwei Jahre waren für Johannes (53) und Waltraud (63) sehr schwer. Bei dem Wiener wurde Krebs diagnostiziert, es folgten sieben Operationen, Bestrahlungen und Chemotherapien: "In einer elfstündigen Operation wurde ihm der Tumor und damit fast der gesamte Darm entfernt, danach lag er im künstlichen Koma und wurde ein Monat lang auf der Intensivstation betreut", erzählt Waltraud im Gespräch mit "Heute".

Immer wieder gab es in den zwei Jahren Rückschläge, doch der leidenschaftliche Hobby-Fußballer und ehemalige Wing-Tsun-Trainer gab nicht auf: "Die vergangenen zwei Jahren waren unerträglich. Er wäre zweimal fast gestorben, hatte rund um die Uhr Schmerzen. Aber er hat sich durchgekämpft und gesagt: 'Ich mach's nur für dich'. Seine ursprünglich gute körperliche Kondition hat ihn gerettet", berichtet die Wienerin.

Seit 12 Jahren glücklich miteinander

Jeden Tag besuchte die 63-Jährige ihren Johannes in der Klinik Floridsdorf, das Paar ist eng verbunden: "Wir haben uns am 17. April 2013 auf der Straße kennengelernt, das Datum weiß ich noch ganz genau. Johannes hat mich angesprochen und auf einen Kaffee eingeladen. Seitdem sind wir unzertrennlich, wir waren keinen einzigen Tag getrennt", so die ehemalige Pflegehelferin.

Eine Sozialarbeiterin brachte schließlich die Idee einer Heirat auf: "Johannes wollte mich schon immer heiraten, aber ich bin gerne unabhängig. Er hat zu mir gesagt: 'Du waradst die Frau, die ich heiraten tät'. Also hab' ich nach dem Motto 'Schieb' nix auf morgen' beschlossen, eine Not-Trauung zu organisieren."

„Wenn man weiß, warum man heiratet, dann geht man gleich mit ganz anderen Gefühlen in die Ehe“
Waltraudhat ihren Johannes geheiratet

Johannes war von dem Plan völlig überrascht: "Ich hab' zu ihm gesagt: 'Johannes, I heirat' di jetzt'. Er hat gebraucht, bis er es realisiert hat. Aber dann hat er sich so gefreut, hat gemeint: 'Jetzt kann ich endlich meine Traumfrau heiraten'. Die Trauung hat ihm so viel Auftrieb gegeben!"

Dank des Pflegeteams der Station 61 konnte die Hochzeit am 10. Juni in feierlichem, kleinem Rahmen in der Klinik Floridsdorf stattfinden: "Nachdem alle nötigen Papiere besorgt waren, haben wir sehr schnell einen Termin erhalten. Die Standesbeamtin kam in die Klinik, die Not-Trauung fand in einem geschmückten Extra-Raum statt. Wenn man weiß, warum man heiratet, dann geht man gleich mit ganz anderen Gefühlen in die Ehe", erzählt Waltraud.

Johannes und Waltraud mit dem Pflegeteam der Station 61.
WIGEV
„Wenn ich wieder zu Kräften gekommen bin, machen wir eine kleine Hochzeitsreise. Am liebsten nach Kroatien“
Johannesist glücklich über die Ehe

Die Flitterwochen müssen allerdings noch warten: "Wenn ich wieder zu Kräften gekommen bin, machen wir eine kleine Hochzeitsreise. Am liebsten nach Kroatien – aber von mir aus auch an den Neusiedler See. Eigentlich ist es mir egal, wohin. Waltraud wird das wie immer planen und ich mache natürlich mit. Ich bin einfach total glücklich, dass wir jetzt verheiratet sind und ich endlich Missis zu ihr sagen darf", erklärt Johannes.

Vor kurzem wurde der 53-Jährige aus dem Spital entlassen. Der Tumor wurde komplett entfernt: "Aber der Krebs kann jederzeit wieder ausbrechen. Es wird noch ein harter Kampf", meint Waltraud – sie ist sicher: "Zusammenhalt und Menschen, die hinter dir stehen, sind das Um und Auf für die Genesung."

Waltraud und Johannes beim Unterzeichnen der Heiratsurkunde.
WIGEV

Klinik Floridsdorf wünscht alles Gute

Eine Geschichte, die zeigt, was Liebe und Zuversicht bewirken können: "Wir wünschen Johannes und Waltraud von Herzen alles Gute für die gemeinsame Zukunft – und eine wunderschöne Hochzeitsreise, wohin auch immer sie führt!", freut sich auch das Personal der Klinik Floridsdorf.

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