"Trotz Beiträgen keine Reha"

Krebs überlebt! Salzburger Pfleger muss um Reha kämpfen

Der 51-Jährige besiegte seine Krebserkrankung und arbeitet weiter im Spital. Um seine Reha kämpft er seit Monaten – deshalb wandte er sich an "Heute".
Christoph Weichsler
25.03.2026, 05:30
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"Ich zahle meine Beiträge und werde trotzdem abgelehnt!" – Arno Müller (51) aus Salzburg hat eine schwere Zeit hinter sich. Der 51-Jährige arbeitet als psychiatrischer Krankenpfleger im Salzburger Landeskrankenhaus. 2022 erhielt er die Diagnose Darmkrebs. Der Tumor musste operiert werden, danach folgten Chemotherapie und Rehabilitation.

Die Reha half ihm damals entscheidend. Zwei Aufenthalte in Bad Tatzmannsdorf (Bgld.) gaben ihm wieder Kraft. Trotz der schweren Erkrankung wollte Müller rasch zurück in den Job – und arbeitet bis heute als psychiatrischer Krankenpfleger im Salzburger Landeskrankenhaus.

Reha-Antrag plötzlich abgelehnt

Doch die Krankheit hat Spuren hinterlassen. Weil er weiterhin mit gesundheitlichen Folgen kämpft, stellte der 51-Jährige zwei Jahre später erneut einen Antrag auf Rehabilitation bei der Pensionsversicherungsanstalt (PVA). Die Antwort traf ihn völlig unerwartet: Der Antrag wurde abgelehnt. Für Müller unverständlich, denn gerade die früheren Reha-Aufenthalte hätten ihm geholfen, weiterhin arbeiten zu können.

"Wie ein Verdächtiger behandelt"

Sein Hausarzt legte gegen die Entscheidung Einspruch ein. Daraufhin musste Müller zu einer Untersuchung bei der PVA erscheinen. Was er dort erlebte, irritierte ihn stark. "Ich hatte eher das Gefühl, wie ein Verdächtiger behandelt zu werden. Es war fast wie ein Verhör", erzählt der Salzburger im Gespräch mit "Heute".

Kurz nach der Untersuchung kam erneut eine Absage. Erst als Müller ankündigte, seinen Fall öffentlich zu machen, meldete sich die PVA telefonisch bei ihm. Plötzlich hieß es: Eine Reha sei doch möglich – allerdings nur dann, wenn ein Onkologe den Aufenthalt ausdrücklich empfehle.

Attest gebracht, Problem bleibt

Eine Oberärztin aus der Krebsabteilung stellte ihm daraufhin ein entsprechendes Attest aus. Müller übermittelte das Dokument sofort an die PVA und hoffte auf eine schnelle Zusage. Doch statt einer Bewilligung erhielt er wieder eine neue Einladung zu einer Untersuchung.

Termin mitten im Dienst

Der Termin wurde unter der Woche um 9.30 Uhr angesetzt – mitten in seiner Arbeitszeit im Spital. Für Müller ein großes Problem. Gerade im Pflegebereich sei es extrem schwierig, kurzfristig ersetzt zu werden.

"Ich gehe trotz meiner Krankengeschichte arbeiten, zahle seit Jahren meine Beiträge und werde trotzdem ständig abgewiesen", sagt der Pfleger frustriert. Während Müller weiter Patienten betreut, kämpft er parallel um seine eigene Gesundheit – und hofft, dass sein Fall nun endlich Bewegung in die Sache bringt.

PVA weist Vorwürfe zurück

Die Pensionsversicherungsanstalt stellt den Fall anders dar. Nach Durchsicht der Unterlagen sei bei Müller ein guter Allgemeinzustand festgestellt worden. Das Karzinom gelte als geheilt, zudem gebe es keinen Hinweis auf ein Wiederauftreten der Krankheit. Aus diesem Grund wurde der Reha-Antrag laut PVA im Jänner 2026 abgelehnt.

Auch beim weiteren Verlauf sieht die Versicherung die Situation anders: Müller habe gegen einen neuen Untersuchungstermin Einspruch erhoben und diesen nicht wahrnehmen wollen. Deshalb sei das Heilverfahren erneut abgelehnt worden.

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