Das gab es noch nie

200 Betroffene – Spermaskandal erschüttert Europa

Ein dänischer Samenspender mit seltener Genmutation zeugte fast 200 Kinder. Die Samenbank bemerkte das erhöhte Krebsrisiko erst spät.
Newsdesk Heute
10.12.2025, 20:40
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Weltweit sind fast 200 Kinder mit dem Samen eines dänischen Spenders gezeugt worden, der eine Genmutation trägt, die das Krebsrisiko erhöht. Laut dem dänischen Fernsehsender DR wurden mindestens 197 Kinder geboren, bevor die Samenbank die gefährliche Genmutation entdeckt hat.

Wie Recherchen von DR gemeinsam mit 13 weiteren europäischen Rundfunkanstalten zeigen, wurde die in Dänemark ansässige European Sperm Bank (EBS) im April 2020 informiert, dass ein durch Samenspende gezeugtes Kind an Krebs erkrankt ist und bei ihm eine Genmutation festgestellt wurde. Daraufhin hat man eine Samenprobe des unter dem Pseudonym "Kjeld" registrierten Spenders untersucht. In dieser Probe wurde die seltene Mutation des TP53-Gens aber nicht gefunden. Deshalb wurde das Sperma von "Kjeld" weiterhin für künstliche Befruchtungen verwendet.

Kinder an Krebs erkrankt

Drei Jahre später, so der Bericht, wurde die Samenbank auf einen weiteren Fall aufmerksam gemacht: Wieder war ein Kind, das die Genmutation in sich trägt, an Krebs erkrankt. Weitere Analysen mehrerer Samenproben haben dann ergeben, dass der Mann selbst zwar gesund ist, aber die Genmutation in sich trägt. Seit Oktober 2023 ist sein Samen nicht mehr für künstliche Befruchtungen zugelassen.

Laut Bericht wurde das Sperma des Mannes zwischen 2006 und 2022 an 67 Kliniken in 14 Ländern verkauft. Allein in Dänemark wurden 99 Kinder mit seinem Samen gezeugt.

Seltene Mutation

Die Samenbank erklärte, dass die festgestellte Mutation am TP53-Gen selten ist und bisher noch nie beschrieben wurde. Außerdem sei sie nur in einem "kleinen Teil" der Spermien des Mannes vorhanden und nicht in seinem restlichen Körper. Auch tragen nicht alle mit seinem Samen gezeugten Kinder die Mutation.

Die European Sperm Bank gibt an, dass in den vergangenen 20 Jahren mit ihrer Hilfe mehr als 70.000 Kinder weltweit geboren wurden. Viele europäische Länder haben Regeln, die die Höchstzahl an Kindern begrenzen, die mit dem Samen eines Spenders gezeugt werden dürfen. Länderübergreifende Beschränkungen gibt es aber keine.

{title && {title} } red, {title && {title} } 10.12.2025, 20:40
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