Hirschbraten, Wildgulasch oder Ragout: Gerade jetzt landet wieder mehr Wild auf den Tellern. In Oberösterreich halten laut Landwirtschaftskammer mehr als 600 bäuerliche Familienbetriebe insgesamt rund 14.000 Tiere. Viele verkaufen das Fleisch direkt ab Hof.
Für einen Teil der Betriebe könnte sich das bald ändern. Die EU hat Sikawild im August 2025 als invasive Art eingestuft. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer dürfte es deshalb ab August 2027 nicht mehr in landwirtschaftlichen Gehegen gehalten werden. In OÖ wären rund 60 Betriebe betroffen.
"Die Einstufung und die Argumente der EU-Kommission für ein Verbot von Sikawild sind schlicht nicht nachvollziehbar", kritisiert Kammer-Präsident Franz Waldenberger. Er fordert eine "praxisnahe Ausnahmeregelung", um die Existenzgrundlage der Betriebe zu erhalten.
Sikawild stammt ursprünglich aus China und Japan. In heimischen Gehegen habe es sich in den vergangenen Jahren verbreitet, weil die Haltung für Bauern wirtschaftlich attraktiv und der Umgang mit den Tieren vergleichsweise einfach sei, heißt es von der Kammer.
Wildfleisch insgesamt verschwindet deshalb aber nicht vom Speiseplan: In Oberösterreich halten Bauern auch Dam- und Rotwild. Für die betroffenen Sikawildhalter steht dennoch einiges auf dem Spiel. Die Landwirtschaftskammer spricht neben wirtschaftlichen auch von emotionalen Folgen eines möglichen Ausstiegs.