Sonnenbrille, markanter Schnurrbart und die Arme weit ausgebreitet: So kannten und liebten Millionen Menschen Mišo Kovač. Nun ist eine der größten Stimmen Kroatiens für immer verstummt. Der Sänger starb am Samstag im Alter von 85 Jahren. Besonders in seiner Heimat Dalmatien ist die Trauer groß.
Der Musiker gehörte zu den erfolgreichsten Künstlern des ehemaligen Jugoslawiens. Mehr als 20 Millionen verkaufte Tonträger und zahlreiche Hits machten ihn über Jahrzehnte hinweg zu einem Publikumsliebling.
Für einen besonders bewegenden Abschied sorgten am Samstag die Anhänger des kroatischen Fußballklubs Hajduk Split.
Nach dem deutlichen 5:0-Erfolg gegen Gorica wurde im Stadion die Nachricht vom Tod des Sängers bekannt gegeben. Kovač war selbst ein begeisterter Hajduk-Fan.
Als anschließend seine Lieder über die Lautsprecher erklangen, stimmten Tausende Zuschauer ein. Das Stadion verwandelte sich nach dem Fußballspiel in einen Ort des gemeinsamen Gedenkens.
Wie kroatische Medien unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Hina berichteten, starb Kovač am Samstagnachmittag in Podstrana unweit von Split.
Zunächst hatten Berichte über einen angeblichen Tod im Krankenhaus die Runde gemacht. Das KBC Split stellte jedoch ausdrücklich klar, dass der Musiker nicht dort gestorben war.
Woran der 85-Jährige starb, wurde bisher nicht offiziell mitgeteilt.
Geboren wurde Mate Mišo Kovač am 16. Juli 1941 in Šibenik. Seine ersten Schritte im Musikgeschäft machte er in den 1960er-Jahren.
1969 gelang ihm mit "Više se nećeš vratiti" der große Durchbruch. Danach folgten zahlreiche weitere Erfolge, darunter "Ostala si uvijek ista", "Ako me ostaviš" und "Dalmacija u momoku".
Seine unverwechselbare Stimme und seine emotionale Art zu singen begeisterten Generationen von Fans.
Besonders bei seinen Auftritten in Dalmatien zeigte sich seine enorme Beliebtheit. Oft sang das Publikum seine Lieder so laut mit, dass Kovač selbst kaum noch zum Singen kam.
Hinter dem großen Erfolg verbarg sich allerdings auch eine von persönlichen Tragödien geprägte Lebensgeschichte.
1992 verlor Kovač seinen Sohn Edi, der damals erst 16 Jahre alt war. Auch weitere familiäre Verluste und persönliche Krisen belasteten den Musiker.
Zeitweise zog er sich deshalb aus der Öffentlichkeit zurück. Später kehrte er jedoch wieder auf die Bühne zurück und begeisterte erneut sein Publikum.
Für seine außergewöhnliche Karriere erhielt er 2012 den kroatischen Musikpreis Porin für sein Lebenswerk.
Nach Bekanntwerden seines Todes meldeten sich zahlreiche Musiker, Politiker und Fans zu Wort. Die Trauer um Kovač reicht weit über Kroatien hinaus.
Die Verabschiedung des Sängers soll in Split stattfinden. Seine letzte Ruhestätte soll er allerdings in Zagreb finden.
Was von Mišo Kovač bleibt, sind seine Lieder und eine außergewöhnliche Verbindung zu seinem Publikum. Wie tief diese bis zuletzt war, zeigte sich noch am Samstag, als Tausende Hajduk-Fans im Stadion gemeinsam für ihn sangen.