Tanzende Skelette

Künstlerin lädt zu Totentanz in den Wiener Stephansdom

Bilder über den Tod: Vier monumentale Holzschnitte der Kärntner Künstlerin Lisa Huber sind rund um Allerheiligen im Wiener Stephansdom zu sehen.
29.10.2026, 05:30
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Rund um Allerheiligen sind Leben, Tod und Auferstehung die Themen – auch im Wiener Stephansdom.  Seit Kurzem sind im Dom vier riesige Holzschnitte der Kärntner Künstlerin Lisa Huber ausgestellt. "Mitten im Tod vom Leben umfangen", lautet der Titel. Die riesigen Kunstwerke zeigen sie einen monumentalen Totentanz.

Tanzende Skelette

Die Bilder sind jeweils 2,60 Meter hoch und 5,60 Meter breit. Zu sehen sind tanzende Skelette, die von Händen begleitet werden. Diese sollen fragen, tragen und Hilfe anbieten. Eine grüne Hand steht für Segen und Geben. Auch ein wankendes blaues Kreuz und die Lanze des römischen Soldaten Longinus sind Teil der Darstellung.

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"Von Hoffnung und Zuversicht umfangen"

Bei der Präsentation erklärte Dompfarrer Toni Faber die Botschaft hinter den außergewöhnlichen Bildern: "Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen und müssen unsere Sterblichkeit bedenken. Doch es gilt umgekehrt auch: Mitten im Tod sind wir von Hoffnung und Zuversicht umfangen."

Dompfarrer eröffnet Ausstellung

Die Werke sollen gerade zu Allerheiligen und Allerseelen zum Nachdenken anregen. Faber sieht darin eine Einladung, dem Tod nicht mit Angst und Erstarrung, sondern mit Hoffnung zu begegnen. "Überall, wo wir uns bewegen lassen, ist schon der erste Schritt der Hoffnung getan", erklärte der Dompfarrer.

Tod des Vaters als Auslöser

Hinter den riesigen Kunstwerken steckt auch eine persönliche Geschichte. Lisa Huber schuf den Totentanz 1996 als Reaktion auf den Tod ihres eigenen Vaters. Die heute bekannte Darstellung soll daran erinnern, dass die Lebenszeit begrenzt ist und bewusst genutzt werden sollte. "Wie gehen wir als Gesellschaft mit dem Tod um? So leben, Wertschätzung dem anderen gegenüber bringen, dass man am Ende der Zeit in Ruhe gehen kann", erklärte die Künstlerin.

"Am Ende der Zeit in Ruhe gehen"

Die 1959 geborene Kärntnerin beschäftigt sich seit Jahren mit religiösen Motiven. Die Arbeit an den gewaltigen Holzplatten stellte aber selbst sie vor eine Herausforderung. Zunächst hätten sie die Dimensionen eingeschüchtert, lange habe sie nach der richtigen Komposition gesucht.

Ausstellung nur bis 10. November

Im Stephansdom lösen die monumentalen Holzschnitte nun die Kaltnadelradierungen von Arnulf Rainer ab. Wer die Kunstwerke von Lisa Huber selbst sehen möchte, hat nur begrenzt Zeit: Die Ausstellung im Wiener Stephansdom läuft bis 10. November.

pet, 29.10.2026, 05:30
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