Auf Wiens Friedhöfen werden naturnahe Bestattungen immer beliebter. Bereits jede siebte neu vergebene Grabstelle ist mittlerweile ein Naturgrab. Am Friedhof Liesing kommen nun zwei neue Anlagen dazu.
Mit dem neuen Strauchgrab und dem Liesinger Urnengärtchen bauen die Friedhöfe Wien ihr Angebot an naturnahen Ruhestätten weiter aus. Mit dem Strauchgrab erweitert Friedhöfe Wien das Angebot am Friedhof Liesing um 377 naturnahe Grabstellen. Die Gestaltung soll den Kreislauf des Lebens symbolisieren und einen würdevollen Ort des Erinnerns schaffen.
Das Liesinger Urnengärtchen ist die mittlerweile zehnte Naturgrabart der Friedhöfe Wien. Die 36 halbrund angeordneten Grabstellen bilden einen gärtnerisch gestalteten, geschützten Bereich. Eine zentrale Gedenkstätte mit Gravursteinen bietet Angehörigen die Möglichkeit, individuell zu erinnern. Pro Grabstelle können zwei Urnen beigesetzt werden.
Besonderes Augenmerk liegt auch auf der Natur: Die eigens angelegten Totholzhecken dienen als Ablageort für Kranzgebinde und bieten gleichzeitig Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleintiere. Auch die Bepflanzung soll die Artenvielfalt fördern. Dafür kommt eine Pflanzenliste der Universität für Bodenkultur Wien zum Einsatz, die besonders tier- und insektenfreundliche Arten berücksichtigt.
"Immer mehr Menschen wünschen sich eine naturnahe letzte Ruhestätte. In Liesing haben wir nun über 400 naturnahe Grabstellen geschaffen", erklärt Renate Niklas, Geschäftsführerin der Friedhöfe Wien GmbH.
Naturgräber sollen nicht nur würdige Orte des Gedenkens sein, sondern auch einen Beitrag zum Klima- und Naturschutz leisten. Laut einer Studie des Austrian Institute of Technology können die großzügigen Grünflächen von Friedhöfen die Umgebungstemperatur lokal um bis zu drei Grad Celsius senken. Zudem können sie Regenwasser aufnehmen und versickern lassen. Damit werden Friedhöfe auch für das Stadtklima zunehmend wichtiger.