Hoch oben, dort wo die Zahnradbahn ihre letzten Meter macht und Schneeberg-Wanderer aussteigen, steht ein besonderes Haus plötzlich zum Verkauf. Direkt neben der Bergstation am Hochschneeberg sucht eines der höchstgelegenen Hotels Niederösterreichs einen neuen Besitzer. Der Verkaufspreis ist stattlich.
Der bisherige Betreiber Jaroslav Stastny denkt nach Jahrzehnten auf knapp 1.800 Metern Seehöhe ans Aufhören. Mit 78 Jahren zieht er erstmals einen Abschied in Betracht. "Mein Draht zum Herren nach oben ist in dieser Höhe ja etwas kürzer. Aber bis ich 88 Jahre bin, würde ich schon noch gerne durchhalten", zitiert der "Kurier" Stastny. Über drei Jahrzehnte führte er das Berghaus, das er Mitte der 1990er-Jahre von den Österreichischen Bundesbahnen übernommen hatte.
Dass das Objekt nun offiziell am Markt ist, liegt am beauftragten Immobilienvermittler. Laut Inserat von Austria Sotheby’s International Realty handelt es sich um ein Hotel in absoluter Alleinlage direkt bei der Bergstation der Schneebergbahn. Das Gebäude steht auf einem rund 4.476 Quadratmeter großen Grundstück und verfügt über 27 Zimmer, einen Berggasthof mit Bar, Restaurant sowie Cafeteria. Der Kaufpreis beträgt schlappe 1,9 Millionen Euro.
Der Standort gilt als Frequenzbringer. Wie der "Kurier" berichtet, brachte die Schneebergbahn im Vorjahr rund 170.000 Gäste auf den Gipfel. An besonders starken Tagen seien über 3.500 Personentransporte keine Seltenheit. Das Hotel profitiert davon direkt – Wanderer, Schulklassen und Sommerfrischler zählen zur Hauptzielgruppe.
Auch klimatische Veränderungen spielen eine Rolle. Stastny erklärt laut Zeitung, dass sich die Saison in den vergangenen Jahren verlängert habe. Der Betrieb ist mittlerweile von April bis November geöffnet – so lange fahren in der Regel auch die Züge auf den Gipfel.
Historisch ist der Standort ebenfalls aufgeladen. Die Zahnradbahn wurde bereits 1897 eröffnet, ein Jahr später folgte der Hotelbau nach Plänen der Theaterarchitekten Helmer und Fellner. Auch Kaiser Franz Josef war hier zu Gast. In unmittelbarer Nähe liegt zudem die Kaiserin-Elisabeth-Gedächtniskirche.
Stastny selbst sieht den Millionen-Euro-Verkauf des Berghauses gelassen. Sollte es länger dauern, hätte er nichts dagegen – das lässt der Hotelier auch so durchblicken.