Eine ungewöhnliche Entscheidung beim Champions-League-Kracher zwischen dem LASK und Liverpool! Obwohl mit Alisson Becker einer der Vizekapitäne der "Reds" auf dem Platz stand, führte am Mittwochabend Kostas Tsimikas die Engländer mit der Kapitänsbinde aufs Feld. Dahinter steckt eine kuriose Regel.
Eigentlich gehört Star-Tormann Alisson neben Virgil Van Dijk, Joe Gomez und Dominik Szoboszlai zum Kapitänsteam von Liverpool. Doch Trainer Andoni Iraola hat dem brasilianischen Star-Tormann bereits vor Saisonbeginn erklärt, warum er die Schleife trotzdem nicht tragen soll.
Der Grund: Die Regeln für die Kommunikation zwischen Schiedsrichtern und Kapitänen machen es laut Iraola schwierig, einen Tormann zum Spielführer zu ernennen. Muss der Referee etwa nach einer Szene im gegnerischen Strafraum eine Entscheidung erklären, kann der Keeper nicht einfach sein Tor verlassen. Es darf ja nur der Kapitän mit dem Unparteiischen sprechen.
"Ich habe besonders Alisson erklärt, dass es für ihn nicht möglich sein wird, die Kapitänsbinde zu tragen", sagte Iraola. Der Spanier kennt das Problem aus seiner Zeit bei Bournemouth. Dort musste er bei Tormann Neto als Kapitän vor jedem Spiel zusätzlich einen Feldspieler als Ansprechpartner bestimmen. "Das ist auf Dauer einfach nicht praktikabel."
Dass Alisson dennoch zum Vizekapitän ernannt wurde, ist ein Zeichen der Wertschätzung. "Ich wollte, dass Alisson spürt, wie sehr wir ihn schätzen", betonte Iraola. Gegen den LASK fiel die Wahl für die Kapitänsbinde deshalb auf Tsimikas.
Der eigentliche Kapitän Van Dijk saß in Linz zunächst nur auf der Bank. Iraola gönnte seinem Abwehrchef angesichts des dichten Spielplans eine Pause. Dafür standen unter anderem die Nachwuchsspieler Trey Nyoni und Rio Ngumoha in der Startelf.