Bei Eintracht Frankfurt brennt der Hut! Nach der bitteren 0:6-Klatsche gegen RB Leipzig nimmt sich TV-Experte Lothar Matthäus (65) die Mannschaft von Trainer Adi Hütter (56) zur Brust. Besonders die fehlenden Führungspersönlichkeiten sind dem deutschen Rekord-Nationalspieler ein Dorn im Auge. "Wo sind in Frankfurt echte Führungsspieler? Ich sehe keine", poltert der Weltmeister von 1990.
Auslöser der Kritik ist auch der Wirbel um Kapitän Robin Koch (30). Hütter hatte seinen Spielführer nach schwachen Leistungen auf die Bank gesetzt und die Entscheidung anschließend öffentlich erklärt. Für Matthäus ein fragwürdiger Umgang mit dem Kapitän: "Die deutlichen Aussagen über Robin Koch haben mich überrascht. Dass er bei der Auswechslung seines Kapitäns von einer Erlösung spricht, war unglücklich. Das sieht nicht gut aus."
Doch auch Hütter selbst bekommt sein Fett weg! Matthäus kennt den Österreicher seit 20 Jahren, zeigt sich von dessen Verhalten allerdings überrascht. "Er ist ein erfahrener Trainer. Er reagiert nicht einfach ohne Grund so. Wenn er so deutlich wird, dann muss er wirklich unzufrieden mit ihm sein", erklärt der 65-Jährige. Seine Vermutung: Schon beim Auftritt gegen Leipzig war das Fass endgültig übergelaufen.
Noch größere Sorgen bereitet Matthäus das fehlende Personal, das auf dem Platz Verantwortung übernimmt. "Früher gab es Bayern, Dortmund, Leipzig oder selbst Freiburg. Frankfurt hat keine", kritisiert er mit Blick auf echte Führungsspieler. Besonders bitter: Koch sei zwar ein starker Innenverteidiger und spiele zurecht im Nationalteam, müsse als Kapitän aber auch vorangehen und die Mannschaft zusammenhalten.
Brisant: Matthäus stellt sogar die Rollenverteilung innerhalb des Teams infrage. Offensivspieler Fares Chaibi könne mehr Verantwortung übernehmen, benötige dafür aber noch Zeit. Auch Mittelfeldmann Onyeka wäre gefragt. Für den Sky-Experten steht fest: "Koch soll das machen, aber er muss sich selbst zu kämpfen haben. Das macht es für Eintracht aktuell gefährlich."
Sportvorstand Markus Krösche (46) bleibt von der Abrechnung ebenfalls nicht verschont. Zwar verteidigt Matthäus den Kaderplaner grundsätzlich, sieht bei den Frankfurtern aber ein tiefer liegendes Problem. "Natürlich ist der Kader nicht so gut wie in den letzten Jahren. Aber was erwartet man denn von Markus Krösche? Jedes Jahr viele Millionen einnehmen und dann noch immer weiter den Kader verbessern? Das geht auf Dauer nicht."