Seit Donnerstag kämpfen E-Autofahrer in Wien mit technischen Problemen bei öffentlichen Ladestationen. Grund dafür sind laut Wien Energie Verbindungsausfälle beim Mobilfunkanbieter A1. Auch die Wien-Energie-Tanke-App ist von der Störung betroffen. Für einen Wiener wurde das Lade-Chaos nun besonders ärgerlich.
Der Mann hatte seinen Ford Kuga Plug-in-Hybrid an einer öffentlichen Ladestation in der Währinger Straße am Alsergrund abgestellt und den Ladevorgang gestartet.
Während seiner Abwesenheit wurde dieser jedoch offenbar aufgrund der technischen Probleme unterbrochen. Besonders bitter: Auch die App funktionierte nicht ordnungsgemäß. Der Lenker konnte daher nicht erkennen, dass sein Auto längst keinen Strom mehr bekam. Als er zu seinem Fahrzeug zurückkehrte, wartete die böse Überraschung: Gleich zwei Strafzettel waren ausgestellt worden.
Die Parkraumüberwachung beanstandete einerseits einen fehlenden Parkschein - Kostenpunkt: 50 Euro. Andererseits stand der Ford Kuga in einem Halte- und Parkverbot, in dem das Abstellen nur während eines aktiven Ladevorgangs erlaubt ist.
Da das Fahrzeug zum Zeitpunkt der Kontrolle nicht mehr geladen wurde, folgte auch dafür eine Anzeige, die deutlich teurer ausfallen wird.
Für den betroffenen Wiener ist die Situation völlig unverständlich. Schließlich habe er den Ladevorgang ordnungsgemäß gestartet und sei über dessen Abbruch nicht informiert worden. "Anstatt dass das System verlässlich funktioniert, zahlt der Bürger die Zeche für defekte Ladeinfrastruktur", ärgert sich der Autofahrer gegenüber "Heute".
Wie Wien Energie bereits am Freitag gegenüber "Heute" bestätigte, liegen die Ursachen der technischen Probleme bei Verbindungsausfällen im sogenannten IoT-Bereich von A1. Dadurch kommt es bei einem Teil der öffentlichen Ladestationen zu Einschränkungen. Auch die Tanke-App ist betroffen.
Laut Wien Energie können zahlreiche Ladesäulen weiterhin mit physischen Ladekarten genutzt werden. A1 arbeite mit Hochdruck an der Behebung der Störung.
Der Fall wirft nun eine heikle Frage auf: Wer kommt für Parkstrafen auf, wenn ein Ladevorgang wegen eines technischen Defekts unbemerkt abbricht?
"Heute" hat deshalb sowohl bei Wien Energie als auch bei A1 nachgefragt, wie sich betroffene Autofahrer in solchen Situationen verhalten sollen und ob eine Übernahme der Strafkosten vorgesehen ist.
Laut Wien Energie und A1 können Kunden in solchen Fällen Einspruch bei der MA67 erheben - so Fallen also bei einem unterbrochenen Ladevorgang keine Kosten an.
"Die Parkraumüberwachung wurde schnellstmöglich von Wien Energie über die Verbindungsstörung informiert. Der Kunde kann die Rechnung bei der MA 67 beeinspruchen. Wir werden der MA 67 die Verbindungsstörung zu diesem Zeitpunkt bestätigen und die Rechnung wird dem Kunden erlassen."