Unsichtbares Leiden

"Lässt keinen Job zu" – Wienerin lebt mit Dauerschmerz

Romana Domnanovich kämpft seit Jahren mit chronischen Schmerzen – jetzt gibt sie Betroffenen mit einer Selbsthilfegruppe und einem Buch neuen Halt.
Wien Heute
08.11.2025, 16:05
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Romana Domnanovich kennt Schmerz – jeden Tag, seit ihrer Kindheit. Doch jahrelang hieß es bei Ärzten: "Alles in Ordnung." Dabei war längst nichts mehr in Ordnung. Der Schmerz wurde zum ständigen Begleiter, bis vor zweieinhalb Jahren nichts mehr ging. "Ich war überlastet, überfordert, es ging einfach nicht mehr", erinnert sich die Wienerin.

Schmerz ohne Ursache

Erst ein Rheumatologe brachte Klarheit: Fibromyalgie – eine chronische Erkrankung, die ohne erkennbare Ursache Schmerzen im ganzen Körper verursacht. Eine Heilung gibt es nicht.

"Stärker als der Schmerz"

Die Diagnose brachte zwar eine Erklärung, aber keine Erleichterung. "Viele glauben, man müsse intime Dinge preisgeben – das stimmt nicht. Hier darf jeder so sein, wie er ist", sagt Domnanovich. Deshalb gründete sie die Selbsthilfegruppe "Stärker als der Schmerz". Ein Ort ohne Zwang, aber mit viel Verständnis.

"Krankheit lässt keinen Job zu"

Denn an dem fehlt es noch immer. "Manche Ärzte sagen uns, wir hätten nichts. Vor Gericht zählt unsere Krankheit nicht. Viele halten uns für faul", sagt sie. Dabei ist Fibromyalgie kein eingebildetes Leiden. Romana Domnanovich arbeitete 34 Jahre als Zahnarzt-Assistentin – trotz Schmerzen. Bis es nicht mehr ging. Reha? Abgelehnt. Job? Nicht mehr möglich. "Wir wollen ja arbeiten, aber die Krankheit lässt es nicht zu."

"Schmerz verschwindet nie"

Neben der Gruppe fand sie im Schreiben neuen Halt. Aus Schmerztagebüchern wurden Texte, aus Texten ein Buch. Bald erscheint es – und gibt ihrer Geschichte eine Stimme: "Ich will zeigen, dass man trotz allem Hoffnung haben kann – auch wenn der Schmerz nie verschwindet." Die Selbsthilfegruppe trifft sich einmal im Monat, die Infos und Termine stehen auf der Seite des Vereins.

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