Ein schwerer Arbeitsunfall forderte Donnerstagabend in der Ernstbrunner Mühle (Bezirk Korneuburg, NÖ) ein Menschenleben. Gegen 18.10 Uhr wollten zwei Arbeiter in einer Getreidebox eine Verstopfung lösen, als beide plötzlich im Getreide versanken. Einer der Männer – er war erst 21 Jahre alt – wurde vollständig verschüttet.
Die Feuerwehr Ernstbrunn raste zum Einsatz. Das erste Fahrzeug musste im weitläufigen Areal erst die genaue Unfallstelle finden, ein zweites Team erreichte den Ort über die Rückseite der Mühle deutlich schneller. Dort zeigte sich die Dramatik: Das Getreide rutschte nach wie Treibsand.
Ein Arbeiter konnte rasch befreit werden. Währenddessen fanden die Einsatzkräfte den zweiten Verschütteten. Mit bloßer Körperkraft, Pfosten und Trauma-Tragen (Spineboards) versuchten die Feuerwehrleute, den Mann freizuschaufeln und das Nachrutschen zu stoppen. Schließlich gelang es, ihn aus der Silobox zu ziehen.
Draußen begann sofort der Kampf um sein Leben. Feuerwehr und Rettung führten gemeinsam Wiederbelebungsmaßnahmen durch. Doch trotz aller Bemühungen konnte der junge Mann nicht gerettet werden. Sein Kollege kam mit leichten Verletzungen ins Landesklinikum Mistelbach.
Die Polizei nahm Ermittlungen auf, auch das Arbeitsinspektorat wurde verständigt. Die Feuerwehr betreute ihre Mannschaft nach dem psychisch belastenden Einsatz und wünscht den Hinterbliebenen "viel Kraft in dieser schweren Zeit".