FPÖ-Ärger über EU-Richtlinie

Supermärkte – jeder 5. Parkplatz braucht Ladestation

Bereits ab 1. Jänner 2027 soll für Neubauten mit mehr als fünf Stellplätzen jeder fünfte Parkplatz mit einem E-Ladepunkt ausgestattet sein.
Erich Wessely
14.11.2025, 06:00
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In einem Schreiben warnt jetzt ein großer Handelskonzern vor "faktisch nicht erfüllbaren Konsequenzen der geplanten Umsetzung der EU-Gebäudeenergieeffizienzrichtline (EPBD)".

Hintergrund: Bereits ab 1. Jänner 2027 soll für Neubauten mit mehr als fünf Stellplätzen jeder fünfte Stellplatz mit einem Elektro-Ladepunkt ausgestattet werden. Zusätzlich ist auch eine Vorverkabelung für mindestens 50 % der Stellplätze sowie eine Vorbereitung (z.B. Leerverrohrung) für den Rest der Stellplätze verpflichtend. "Sprich, ein Supermarkt-Neubau muss dann von 200 Parkplätzen 40 mit einer Ladestation ausrüsten und die Mehrkosten werden erst wieder die Kunden tragen", kritisiert FPNÖ-Chef und LH-Stellvertreter Udo Landbauer "die EU-Überregulierungs-Wut". Damit werde der Wirtschaftsmotor Österreich "immer mehr abgewürgt".

In der Realität seien diese Investitionen wirtschaftlich nicht tragbar, so die Sorge in der Branche. Die meisten Nutzer würden ohnehin zu Hause ihre E-Autos laden und das vor allem nachts.

"EU-Überregulierungs-Wut": Udo Landbauer (FPÖ) kritisiert die EU-Richtlinie scharf
FPÖ Niederösterreich; iStock (Symbol)

"Geht weit über tatsächlichen Bedarf hinaus"

Insbesondere vor dem Artikel 14 zur Elektromobilität wird gewarnt: "Die darin geforderten Maßnahmen zur Ladeinfrastruktur für bestehende Nichtwohngebäude, darunter sämtliche Handels-, Handwerks- und Industriegebäude mit mehr als 20 Pkw-Stellplätzen, gehen weit über den tatsächlichen Bedarf hinaus und stellen Unternehmen vor unzumutbare technische, wirtschaftliche und organisatorische Herausforderungen."

In Österreich wird die Umsetzung der EU-Richtlinie über die Landesbauordnungen erfolgen – die Branche hofft, den Supermarkt-Knaller noch entschärfen zu können.

Im Handel bestehe schon derzeit eine "gut ausgebaute Ladeinfrastruktur, die sich kontinuierlich und flexibel am Kundenbedarf orientiert – ganz ohne gesetzliche Zwangsmaßnahmen", heißt es in dem Schreiben. Dazu kommen weitere Probleme: "Es ist davon auszugehen, dass bis Ende 2026 weder ausreichend Hardware verfügbar sein wird noch genügend Fachpersonal für Installation und Tiefbau bereitsteht. Eine fristgerechte, flächendeckende Umsetzung ist daher schon aus bautechnischer Sicht ausgeschlossen."

Drängen auf schrittweise Einführung

Es brauche "praktikable, realitätsnahe Lösungen", erst wenn echter Bedarf bestehe, solle eine schrittweise Einführung stattfinden.

"Diktat aus Brüssel"

"Die EU-Bonzen in Brüssel diktieren uns wirtschaftliche Unsinnigkeiten und die Verlierer-Ampel aus ÖVP, SPÖ und Neos setzten diesen Wahnsinn blind gehorsam um. Dieses Diktat aus Brüssel zieht den fleißigen Bürgern das letzte Geld aus der Tasche, für unsere tüchtigen Arbeiter, Angestellten, Familien und Pensionisten wird alles immer teurer. Schluss mit diesem EU-Terror, wir brauchen wieder eine vernünftige Politik mit Hausverstand, um den Wirtschaftsstandort Österreich anzukurbeln und unseren Wohlstand nicht völlig zu verspielen", so Landbauer zur Causa.

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