Die Saison ist für die Vorarlbergerin gelaufen. Und das genau in einer Phase, in der die Doppel-Weltmeisterin von 2021 drauf und dran war, sich wieder in der Ski-Weltspitze zu etablieren, Liensberger war erst vor dem Jahreswechsel im Semmering-Slalom auf den starken vierten Rang gefahren – das bisher beste Saisonergebnis.
Nun ist die Saison beendet, nachdem Liensberger im Riesentorlauf-Training am Freitag in St. Michael zu Sturz kam. Die 28-Jährige wurde schließlich per Hubschrauber in die Klinik Hochrum bei Innsbruck gebracht, wo eine MRT-Untersuchung eine Fraktur des Schienbeinkopfs, sowie einen Meniskus- und Innenbandriss im rechten Knie ergab. Die Operation erfolgte noch am Freitag.
"Sie hat leicht den Außenski verloren, dann hat es sie vorne drübergerollt. Es hat gar nicht so arg ausgeschaut, gar nicht so hoher Speed", schilderte Österreichs Ski-Alpin-Chef Christian Mitter den Sturz gegen Ende des zweiten Trainingslaufs. "In diesem Drüberrollen ist ihr leider der Schienbeinkopf gebrochen", so Mitter weiter.
Die Saison ist damit zu Ende, der Olympia-Traum für Liensberger geplatzt. Dabei finden die Ski-Bewerbe der Frauen bei den Winterspielen, die in fünf Wochen beginnen, ausgerechnet in Cortina statt, wo sich Liensberger vor fünf Jahren Doppel-Gold bei der WM geholt hatte. "Die Saison ist vorbei, das kann man relativ sicher sagen. Das sind schon schwere Verletzungen", so Mitter, betonte aber: "Wir hoffen das Beste. Sie ist eine starke Athletin, sehr gut trainiert. Aber man muss es natürlich abwarten."
Am Wochenende steht nun ein Technik-Doppel im slowenischen Kranjska Gora auf dem Programm, freilich ohne Liensberger. Teamkollegin Julia Scheib geht am Samstag mit dem Roten Trikot der Führenden der Riesentorlauf-Wertung ins Rennen.