Ließen US-Truppen Armee-Diensthunde in Kabul zurück?

Laut Tierschützern ließen die US-Truppen bei ihrem Abzug aus Afghanistan zahlreiche Diensthunde in Käfigen am Flughafen zurück.

"Ich bin schockiert über Berichte, dass die US-Regierung bei ihrem Abzug aus Kabul tapfere Vertrags-Diensthunde zurückließen, die nun von unseren Feinden gefoltert und getötet werden", sagt Robin Gantzert, Präsidentin des Tierschutzvereins American Humane. 

 "Diese Tiere habe die selbe gefährliche und lebensrettende Arbeit getan wie unsere eigenen Militär-Diensthunde und haben ein weit besseres Schicksal verdient als das, zu dem sie verurteilt wurden."

Ihre Organisation arbeite seit über 100 Jahren mit den Streitkräften zusammen, um Tiere des Militärs nach ihren Einsätzen nach Hause zu bringen.

In Hundeboxen zurückgelassen

Gantzert spricht von Dutzenden von Hunden, die privaten Mitarbeitenden der US Army gehören und offenbar am Flughafen in Hundeboxen zurückgelassen wurden, als ihre Besitzer ausgeflogen wurden. "Dieses sinnlose Schicksal ist umso tragischer, als wir bereitstanden, um diese K9-Vertragssoldaten zu transportieren und uns um ihre Versorgung zu kümmern."

 Es mache sie krank, tatenlos zuzusehen, wie diese tapferen Hunde, die den USA treu gedient hätten, nun getötet würden "oder Schlimmeres erleiden müssten".

Die Hunde hätten in "jeden möglichen" Transportplatz gesteckt und in Sicherheit geflogen werden müssen. Sie appellierte an den Kongress, die Tiere in die selbe Kategorie wie die offiziellen US-Diensthunde einzuordnen. 

"Weniger zu tun als das, ist ein Versagen der Menschlichkeit und eine (moralische) Verurteilung von uns allen."

Bilder auf Twitter

Auf Twitter gepostete Bilder aus Kabul zeigen in der Tat etliche Käfige, in denen Hunde neben zurückgelassener Ausrüstung untergebracht sind und darauf warten, befreit zu werden. "Kein großer Tag für die amerikanischen Diensthunde, die immer noch im Flughafen Kabul sitzen", kommentierte ein User einen entsprechenden Tweet.

Wie die britische "Daily Mail" schreibt, kontrastiere das Verhalten der US-Streitkräfte mit dem der britischen Truppen, die über 200 Tiere ausgeflogen hätten. Ein ehemaliger Marinesoldat habe vor Ort zudem eine Hilfsorganisation für Tiere ins Leben gerufen.

Militär weist Vorwürfe zurück

Am Dienstag reagierte das Pentagon und veröffentlichte laut Yahoo News ein Statement. "Die Priorität der US-Mission war die Evakuierung von US-Bürgern, Inhabern von speziellen Immigrationsvisa und gefährdeten Afghanen", heißt es darin. 

 "Um aber falsche Berichte über zurückgelassene Hunde zu korrigieren: Das Militär ließ keine Hunde in Boxen am Flughafen zurück, auch keine Vertrags-Diensthunde."

Die Fotos, die im Web die Runde machen würden, zeigten Tiere, die unter der Obhut der lokalen Tierrettungsorganisation Kabul Small Animal Rescue stünden und nicht unter der des Militärs. Die USA hätten trotz der gefährlichen Umstände "alles getan, um die Organisation zu unterstützen."

Ursprünglich hatte die Organisation Veteran Sheepdogs of America, eine Non-Profit-Organisation aus Colorado, die Bilder verbreitet. Gemäß dieser würden zumindest 51 der betroffenen Hunde Wasser und Nahrung erhalten. Ihr weiteres Schicksal ist allerdings offen.

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