Reisen

Neue ÖBB-Pläne für Pfingsten – Chaos droht trotzdem

Zu Christi Himmelfahrt reisten 3 Millionen Personen mit der Bahn durch Österreich. 10.000 zusätzlich Sitzplätze reichten nicht. Was jetzt anders wird.
Christine Scharfetter
01.06.2022, 11:38

Fehlende Sitzplatzreservierungen, überfüllte Waggons und der Rauswurf aus dem Zug: Am vergangenen langen Wochenende brachten rund 3,6 Millionen Fahrgäste die Österreichischen Bundesbahnen an ihre Kapazitätsgrenzen. Obwohl im Vorhinein bereits 10.000 Sitzplätze aufgestockt worden waren.

Doch das reichte nicht. Wer keine Sitzplatzreservierung vorweisen konnte, musste wieder aussteigen. Der Fall war das bei 11 von 1.500 Zügen. Eigentlich eine gute Bilanz, die dennoch für viel Ärger und Kritik sorgte. Deshalb flossen die Erfahrungen von den Tagen rund um Christi Himmelfahrt nun in die Planungen für das lange Pfingstwochenende mit ein, so ÖBB-Sprecher Bernhard Rieder gegenüber "Heute".

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

ÖBB stockt gewaltig auf

Vor allem auf den stark frequentierten Strecken der West- und Südbahn wird die Zahl der Sitzplätze noch einmal erhöht. In Summe sollen so 13.000 Passagiere mehr transportiert werden können. Außerdem wurden die Instandhaltungsarbeiten an Garnituren auf unter der Woche verlegt. Auf den Bahnsteigen kommt mehr Personal zum Einsatz und zusätzliche Entlastungszüge sowie Busse werden eingeschoben.

"Dingend Sitzplätze reservieren"

"Das erweiterte Sitzplatzangebot soll die Züge an den beliebten Reisetagen entlasten", betont ÖBB Personenverkehr AG-Vorständin Sabine Stock und ergänzt: "Dennoch empfehlen wir den Reisenden, dringend Sitzplätze zu reservieren und dabei auch die zusätzlichen Verstärkerzüge zu nutzen." Eine Sitzplatzreservierung gibt es übrigens schon ab drei Euro.

Wer dennoch spontan bleiben möchte, sollte eine früher oder spätere Fahrt mit einem der weniger stark frequentierten Zügen ins Auge fassen. So würden sich Reisende den einen oder anderen Stressfaktor zum verlängerten Wochenende ersparen.

Ticket verfällt nicht

Nimmt man den Zug dennoch auf gut Glück ohne Reservierung und muss aussteigen, wird mit dem nächstmöglichen Zug an sein Ziel gebracht. "Jeder, der ein Ticket hat, egal ob Zuggebunden oder nicht, kann einen der Folgezüge nehmen", so Sprecher Rieder.

Klimaticket und Teuerungen sorgen für Boom

Die Gründe für den anhaltenden Bahn-Boom gebe es viele, erklärt Rieder: "Erstens wollen die Leute nach zwei Jahren Pandemie endlich wieder raus. Zweitens haben wir derzeit deutlich höhere Spritpreise – fast doppelt so hoch –und im Vergleich dazu günstige Zugtickets, wie die Verbund- und Klimatickets. Drittens einen starken Urlauberzustrom Richtung Österreich und viertens doch eine gewisse Anzahl an Flüchtlingen, die zwar nicht die Masse ausmachen, aber das kann manchmal schon ausreichen, um einen Zug voll auszulasten.

Weitere Storys