Zertrümmerte Schaufenster, brennende Barrikaden und sogar ein gestürmtes Waffengeschäft: Die Halloween-Nacht ist in mehreren deutschen Städten von schweren Ausschreitungen überschattet worden. Besonders in Frankfurt am Main, Hamburg und Köln kam es nach friedlichen Demonstrationen zu gewaltsamen Zwischenfällen. Jetzt meldet sich Deutschlands Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) mit deutlichen Worten zu Wort.
Im Gespräch mit der deutschen "Bild" zieht der 56-Jährige eine erste Bilanz der Polizeieinsätze. Trotz der Ausschreitungen sieht er die Strategie der Einsatzkräfte als erfolgreich an.
Dobrindt ist überzeugt, dass die massive Polizeipräsenz noch schwerere Ausschreitungen verhindert hat.
"Gewaltexzesse wie in Paris wurden dank unserer hoch engagierten Polizeikräfte verhindert. Ich bedanke mich bei allen Polizistinnen und Polizisten für ihren erfolgreichen Einsatz. Das Einsatzkonzept der Polizei mit massiver Präsenz und dezentraler Kräfteaufstellung ist aufgegangen", sagt der deutsche Innenminister zu "Bild".
Die Einsatzkräfte waren in mehreren Städten mit zahlreichen Polizisten vertreten. Nach Einschätzung des Innenministers habe sich die Verteilung der Kräfte auf unterschiedliche Einsatzorte bewährt.
Besonders scharfe Kritik übt der CSU-Politiker an jenen Personen, die nach den friedlichen Demonstrationen für die Ausschreitungen verantwortlich gewesen sein sollen. Nach Dobrindts Darstellung hätten "gewaltbereite linke Gruppen und Chaoten aus dem migrantischen Milieu" die Kundgebungen vom Nachmittag für ihre Zwecke genutzt.
Die mutmaßlichen Täter sollen laut dem Minister identifiziert und zur Verantwortung gezogen werden. "Auf diesen Landfriedensbruch müssen harte Strafen folgen", fordert Dobrindt gegenüber der "Bild".
Begonnen hatte der Samstag mit großen Kundgebungen der Initiative "Gen Z regelt". Zehntausende Jugendliche beteiligten sich deutschlandweit an den Demonstrationen, die am Nachmittag noch friedlich verliefen.
Erst nach Einbruch der Dunkelheit kam es in mehreren Städten zu schweren Ausschreitungen. In Frankfurt am Main, Hamburg und Köln wurden Barrikaden angezündet und Schaufenster eingeschlagen. Auch Geschäfte wurden geplündert.
Besonders aufsehenerregend war ein Vorfall in Frankfurt: Dort drangen Randalierer sogar in ein Waffengeschäft ein.
Nach den Ausschreitungen laufen die Ermittlungen gegen die Beteiligten. Die Polizei versucht unter anderem mithilfe von Videoaufnahmen, weitere Verdächtige auszuforschen.
Im Fokus stehen Personen, die Steine geworfen, Geschäfte geplündert oder Polizisten angegriffen haben sollen. Ob und welche Strafen verhängt werden, müssen die zuständigen Gerichte entscheiden.
Unterstützung für den harten Kurs kommt von Andreas Roßkopf, dem Vorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP) für die Bundespolizei. Er fordert, dass die Justiz nach den gewaltsamen Vorfällen rasch handelt.
"Wir erwarten nun kurzfristige Urteile der Gerichte mit harten Strafen, welche sehr empfindlich sein müssen. Die Justiz muss jetzt zeigen, dass diese zügig und vor allem mit aller rechtsstaatlichen Härte agiert", erklärt Roßkopf der "Bild".
Während die Ermittler weiterhin Videoaufnahmen auswerten und nach Verdächtigen suchen, steht für Dobrindt bereits fest: Die Verantwortlichen für die Ausschreitungen sollen zur Rechenschaft gezogen werden.