Deal mit Norwegern

Linzer Handy-Pionier emporia vor Verkauf an Xplora

Der Linzer Handy-Spezialist emporia soll an die norwegische Xplora gehen. Der Deal könnte bereits im zweiten Quartal 2026 abgeschlossen werden.
Rene Findenig
17.03.2026, 18:18
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Der oberösterreichische Mobilfunkanbieter emporia steht vor einem Eigentümerwechsel. Die norwegische Xplora Technologies AS hat sich mit der bisherigen Eigentümerin Eveline Pupeter auf die zentralen Eckpunkte eines Verkaufs geeinigt, heißt es in einer Aussendung. Geplant ist die vollständige Übernahme aller Anteile – sofern alle Bedingungen erfüllt werden – im zweiten Quartal 2026. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Für CEO und Alleineigentümerin Eveline Pupeter markiert die Entscheidung einen tiefgreifenden Einschnitt.

Nach rund zwei Jahrzehnten an der operativen Spitze und zehn Jahren als alleinige Eigentümerin will sie einen geordneten Übergang einleiten. Ziel sei es, die langfristige Entwicklung des Unternehmens abzusichern. Pupeter betont, dass es mehrere Interessenten gegeben habe, letztlich jedoch die strategische Ausrichtung von Xplora den Ausschlag gegeben habe. Gleichzeitig räumt sie ein, dass der Abschied nicht ohne emotionale Komponente erfolgt: "Natürlich schwingt auch ein Hauch von Wehmut mit."

Zwei Spezialisten für unterschiedliche Generationen

Die geplante Übernahme bringt zwei Unternehmen zusammen, die sich auf unterschiedliche Altersgruppen konzentrieren. Während emporia seit Jahren als Marktführer für Senioren-Handys in Deutschland und Österreich gilt, hat sich Xplora mit vernetzten Geräten und Diensten für Kinder, Jugendliche und Familien etabliert. emporia wurde 1991 gegründet und verkauft jährlich mehr als 300.000 Geräte in Europa. Der Fokus liegt auf besonders einfach bedienbaren Mobiltelefonen, Smartphones und Tablets für ältere Menschen.

Mit einem Vertriebsnetz in über 30 Ländern hat sich das Unternehmen eine stabile Marktposition erarbeitet. Für Xplora ist die geplante Übernahme Teil einer größeren Wachstumsstrategie. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, seine Plattform für vernetzte Dienste auszubauen. Durch die Kombination aus Hardware – also den Geräten von emporia – und eigenen Mobilfunk- sowie Serviceangeboten sollen künftig zusätzliche, wiederkehrende Einnahmen generiert werden.

Europaweite Expansion im Fokus

Das Konzept ist nicht neu: Bereits zuvor hatte Xplora ein ähnliches Vorgehen mit der Marke Doro umgesetzt, die ebenfalls im Bereich Senioren-Technologie aktiv ist. Mit emporia soll dieses Modell nun geografisch erweitert werden. Während emporia vor allem im deutschsprachigen Raum stark ist, verfügt Xplora über eine breitere internationale Präsenz. Durch die Zusammenführung der Märkte erwarten beide Seiten eine stärkere Position im europäischen Wettbewerb.

Die bestehenden Vertriebsstrukturen und Zielgruppen überschneiden sich teilweise, was Synergien ermöglichen soll. Gleichzeitig sollen technische Kompetenzen und bestehende Partnerschaften besser genutzt werden. Xplora ist ein börsennotiertes Unternehmen und wird an der Euronext Growth in Oslo gehandelt. Die Finanzierung der Übernahme soll aus bestehenden Mitteln erfolgen. Derzeit handelt es sich noch um eine Vereinbarung über die wesentlichen Eckpunkte.

{title && {title} } rfi, {title && {title} } 17.03.2026, 18:18
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen