Die geplante Lkw-Maut im Burgenland stößt über die Landesgrenzen hinaus auf Widerstand. Die Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) befürchtet höhere Kosten für Betriebe und Konsumenten und fordert die burgenländische Landesregierung auf, die Pläne zurückzunehmen.
Das Burgenland will mit Jahresbeginn 2027 eine Benützungsgebühr für den Schwerverkehr auf ausgewählten Landesstraßen einführen. Zum Start soll die Maut auf drei Strecken gelten. Für eine Jahresvignette sind Kosten zwischen 650 und 1.000 Euro vorgesehen.
Nach Ansicht der WKNÖ könnten die Auswirkungen weit über den Transitverkehr hinausgehen. Die Pläne würden "nicht nur den Transitverkehr treffen, sondern entlang der gesamten Lieferkette zusätzliche Kosten verursachen", heißt es in einer Aussendung vom Samstag.
Zusätzliche Transportkosten könnten nach Ansicht der Kammer Händler, Handwerker, Produzenten und Dienstleister ebenso treffen wie die Kunden.
WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker warnt deshalb vor Auswirkungen auf die Preise: "Wer Transporte verteuert, verteuert auch die Produkte in den Regalen. Besonders im ländlichen Raum darf Versorgungssicherheit nicht durch immer neue Gebühren erschwert werden".
Die Wirtschaftskammer verweist darauf, dass mehr als 80 Prozent der transportierten Waren über Strecken von höchstens 80 Kilometern befördert würden. Damit gehe es aus Sicht der WKNÖ keineswegs ausschließlich um internationalen Transitverkehr.
Auch Unternehmen aus Niederösterreich könnten betroffen sein, wenn sie Kunden im Burgenland beliefern, Material auf Baustellen bringen oder dort Dienstleistungen anbieten.
Die Kammer sieht zudem mögliche Auswirkungen auf Busunternehmen. Damit könnten laut Aussendung auch Schulfahrten, Vereinsausflüge und Exkursionen von der geplanten Gebühr betroffen sein. Die WKNÖ will deshalb noch vor der Einführung eine Kehrtwende erreichen.
Ecker richtet seinen Appell direkt an den burgenländischen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) und die Landesregierung. Sie sollten "die Begutachtungsphase für ein Einlenken zu nutzen und die Pläne zurückzunehmen".Nach den derzeitigen Plänen soll die neue Lkw-Maut Anfang 2027 starten.