Stundenlang warten, kaum Informationen und ein Abflug, der sich immer weiter nach hinten verschiebt: Für Reisende von Antalya nach Graz wurde die Heimreise am Samstag zur Geduldsprobe. Grund dafür waren technische Probleme bei SunExpress.
Die Störung machte sich bereits am Vormittag am Flughafen Antalya bemerkbar. Nach Angaben des türkischen Nachrichtenportals "Yeni Alanya" kam es schon in den frühen Morgenstunden zu erheblichen Verzögerungen beim Check-in und bei der Gepäckaufgabe.
In einem Statement von SunExpress Airlines gegenüber "Heute" heißt es: "Die im Beitrag über das Portal 'Yeni Alanya' wiedergegebene Darstellung, ein Systemupdate sei ursächlich gewesen, trifft nicht zu. Hintergrund war eine vorübergehende Störung, die die Anbindung der Check-in-und Boarding-Systeme beeinträchtigt hat. Eine entsprechende Auskunft gegenüber 'Yeni Alanya' hat es seitens SunExpress nicht gegeben.'"
SunExpress bestätigte die technischen Schwierigkeiten gegenüber dem Portal "5 Minuten": "Eine technische Störung unserer Systeme hat am Morgen des 15. August den Check-in- und Boarding-Prozess vorübergehend beeinträchtigt. Betroffen waren Flüge im Zeitraum 4:30 - 8.40 Uhr MESZ. Leider kam es in der Folge zu Verspätungen und einzelnen Flugausfällen." Die Störung konnte laut Fluglinie mittlerweile behoben werden.
Unter den Betroffenen waren auch Steirer, die am Samstag von Antalya nach Graz fliegen wollten. Ihr Abflug war ursprünglich für 16.10 Uhr vorgesehen. Nach Angaben der Passagiere mussten sie bereits beim Check-in mehr als zwei Stunden warten.
Danach fehlten ihnen lange Zeit konkrete Informationen darüber, wann und von welchem Gate die Maschine starten würde. "Wir tappten im Dunkeln und fühlten uns wie gestrandet am Flughafen", schildert ein Betroffener gegenüber "5 Minuten".
Mit zunehmender Wartezeit sei auch die Stimmung unter den Reisenden angespannter geworden. Vor allem die fehlenden Informationen sorgten für Frust. "Das Schlimmste war, dass wir erst kurz vorher Bescheid bekommen haben, wo unser Gate ist", berichtet der Passagier.
Einige Reisende seien zu diesem Zeitpunkt bereits seit mehr als zwölf Stunden unterwegs gewesen. Besonders belastend sei die Situation auch für Familien gewesen. Im späteren Flug nach Graz befanden sich laut dem Passagier zahlreiche kleine Kinder, die nach dem langen Reisetag bereits völlig erschöpft waren.
Erst kurz vor dem vorgesehenen Boarding erfuhren die Reisenden demnach, dass sich der Abflug bis kurz vor 20 Uhr verzögern würde.
SunExpress entschuldigte sich gegenüber "5 Minuten" für die entstandenen Unannehmlichkeiten und erklärte, dass "unsere Gäste aus Österreich während der Wartezeit an den Flughäfen mit Verpflegung bzw. Verpflegungsgutscheinen versorgt wurden. Unser Kundenservice-Center hat Gäste bei Bedarf auf andere Flüge umgebucht."
Die Maschine nach Graz kam schließlich deutlich später als geplant an. Statt um 18.05 Uhr landete sie laut den betroffenen Passagieren erst gegen 22.17 Uhr. Damit betrug die Verspätung bei der Ankunft mehr als vier Stunden.
Am Sonntag hatte sich die Situation laut SunExpress wieder stabilisiert. "Dank des schnellen Eingreifens unserer Teams konnte das Problem rasch behoben werden, die Systeme laufen wieder normal und der Flugbetrieb hat sich mittlerweile stabilisiert", erklärte die Fluglinie gegenüber "5 Minuten".
Bei längeren Flugverspätungen können Passagiere abhängig von Flugstrecke, Dauer und Ursache Ansprüche nach den geltenden Fluggastrechten haben. Bei einer Ankunftsverspätung von mindestens drei Stunden kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Ausgleichszahlung von bis zu 400 Euro pro Person möglich sein. Außergewöhnliche Umstände können einen solchen Anspruch ausschließen. Betroffene sollten Rechnungen und Belege aufbewahren.
SunExpress verweist gegenüber dem Portal zudem auf eine weitere Möglichkeit: "Betroffene Kunden können außerdem eine vollständige Rückerstattung des Ticketpreises beantragen. Das Kundenservice-Center von SunExpress steht dafür sowohl telefonisch als auch über das Kontaktformular zur Verfügung."