Seit Jahrzehnten gehört Armin Wolf zu den bekanntesten Gesichtern des ORF. Kurz vor seinem 60. Geburtstag gibt der "ZiB 2"-Moderator nun ungewöhnlich persönliche Einblicke in seine Kindheit und erzählt, warum er bis heute keinen Alkohol trinkt.
Im Interview mit der "Presse" spricht Wolf auch darüber, wie wenig seine spätere Karriere angesichts seiner Herkunft vorhersehbar gewesen sei. Sein Vater arbeitete als Hausmeister, seine Mutter an der Supermarktkassa.
Schon die Entscheidung, die Matura zu machen, sei in seiner Familie keineswegs selbstverständlich gewesen.
"Es war schon eine große Debatte bei uns zu Hause, dass ich maturiere, die hat Gott sei Dank meine Oma für mich geführt. Klar war, es muss eine berufsbildende Schule sein, weil man nach dem Gymnasium studieren muss und das ist nicht drinnen. Also hätte mir jemand gesagt, was ich mal beruflich machen werde, hätte ich das damals für undenkbar gehalten."
Persönlich wird der Moderator auch beim Thema Alkohol. Auf die Frage, wie oft er wegen seines Verzichts darauf dumme Kommentare gehört habe, antwortet er: "In meiner Jugend natürlich dauernd, mehrfach täglich."
Seine Abneigung gegen Bier führt Wolf auf ein Erlebnis aus seiner Kindheit zurück.
"Meine Eltern haben sehr viel Alkohol getrunken – und jeden Tag. Als ich sieben oder acht war, habe ich gesagt, ich möchte auch mal ein Bier trinken. Ich hatte den Schaum gekostet und fand das gut. Mein Vater hat gesagt, das ist nur für die Großen. Ich darauf: Ich bin ja schon groß. Da meinte er, gut, aber wenn ich es trinken will, muss ich es auch wie ein Großer austrinken. Das Bier war so grauslich, dass ich es am liebsten ausgespuckt hätte, aber er hat mich genötigt, das Glas auszutrinken. Seither können Sie mich mit Bier foltern."
Als Jugendlicher sei sein Alkoholverzicht für Wolf durchaus schwierig gewesen. Im Tirol der 1980er-Jahre sei er als 16-Jähriger ohne Bier eine Ausnahme gewesen und habe dafür regelmäßig Kommentare bekommen.
Heute habe sich das grundlegend verändert. Dass jemand keinen Alkohol trinke, sei inzwischen völlig normal. Auch im Journalismus habe früher allerdings eine andere Kultur geherrscht.
"Am Beginn meines Berufslebens war das anders, Journalismus war ein Alkoholikerberuf. In den Redaktionen wurde geraucht und gesoffen", so Wolf.