"Antisemitismus und Judenhass"

"Lokale Unterwanderung" – Islamexperte schlägt Alarm

Laut dem Islamexperten Ahmad Mansour würde Europa nicht "die Kurve kriegen". Wir würden nicht begreifen, wie gefährlich die Situation sei.
Newsdesk Heute
20.05.2026, 17:02
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Im Interview mit der "Kleinen Zeitung" hat Islam- und Integrationsexperte Ahmad Mansour mit einer klaren Warnung aufhorchen lassen. Ihm zufolge würde Europa eine naive Haltung zum Islam haben und "eine intolerante Ideologie" manchmal auch noch fördern.

Mansour macht dies am aktuellen Beispiel der Song-Contest-Proteste fest. Hier hätten Muslime mit radikalen Linken gegen die Teilnahme Israels demonstriert. Für den Islamexperten ist diese Entwicklung in Europa keine Überraschung. Bereits seit dem Hamas-Angriff auf Israel vom 7. Oktober 2023 seien diese zwei Gruppen eine "strategische Partnerschaft" eingegangen. Beide würden "die Ideologie von Antisemitismus und Judenhass" teilen und sich dabei auch manchmal moralisch überlegen fühlen.

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Verbindung mit Rechtsextremen nicht die Lösung

Wenn Historiker einst auf diese Zeit zurückblicken werden, käme die Frage auf, "wie es geschehen konnte, dass wir im Namen von Toleranz und Vielfalt eine eigentlich intolerante Ideologie nicht nur geduldet, sondern manchmal auch noch gefördert haben", ist Mansour überzeugt. Er könne nicht erkennen, dass Europa gerade dabei wäre, "noch die Kurve zu kriegen". Dabei würde man nicht begreifen, "wie gefährlich die Situation ist".

Gerade die Gruppe, die sich Antifaschismus auf die Fahnen hefte, sei dafür mitverantwortlich, dass "die Hälfte der Juden in Europa über einen neuerlichen Exodus nachdenkt". Dennoch sei Mansour nicht dafür, sich in der Frage mit rechtsextremen Kräften zu verbünden. Beide Gruppen seien gleichermaßen schlecht für die Demokratie.

Kopftuchverbot für Mädchen richtig

Der Islamexperte glaube nicht daran, dass eines Tages islamistische Fahnen über unseren Parlamenten wehen werden. Allerdings geht Mansour von einer "lokalen und regionalen Unterwanderung" aus. In vielen Orten Europas würden inzwischen Menschen leben, die die dortigen Werte nicht akzeptieren. Somit würden unsere Gesetze dort bereits weniger gelten. Als Beispiele nennt Mansour Paris, London, Brüssel, Berlin, aber auch Wien.

Dies sehe man auch an einer aktuellen Studie, wonach 40 Prozent der muslimischen Kinder die Werte ihrer Religion über die Gesetze des Staates stellen würden. Diese radikalen Kräfte würden Menschen mit anderem Glauben oder auch liberale Muslime mobben. Hier wirft Mansour linken Akteuren vor, Debatten über dieses Thema zu unterbinden und so gemeinsame Sache mit den Islamisten zu machen.

Immerhin habe man in Österreich mit dem Kopftuchverbot für junge Mädchen in der Schule einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Der Integrationsexperte meint, dass man "nicht naiv" auf die Probleme blicken dürfe. Niemals sollte man Intoleranz unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit dulden.

Reform möglich

Dennoch glaubt Mansour daran, dass sich der Islam reformieren könnte. Er sei davon überzeugt, dass man die Worte des Koran auch in einem historischen Kontext interpretieren könne. Seine Hoffnung setze er in Muslime, die ihren Glauben nicht aufgeben wollen, aber für eine offene Demokratie stehen.

Dieser Prozess könnte jedoch lange dauern, wenn nicht gehandelt werde. Sein Appell wäre, dass Gesellschaft und Politik Veränderungen einfordern und dies zur Bedingung machen sollten. Jede Religion sollte sich "den Werten von Demokratie und Menschenrechten" anpassen, so Mansour.

{title && {title} } red, {title && {title} } 20.05.2026, 17:02
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